Interest Income – Erklärung & Bedeutung

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Das (Net) Interest Income (deutsch: „Nettozinseinkommen“), auch bekannt als „Zinsertrag“, ist gleichermaßen eine Kennzahl von Banken, privatwirtschaftlichen Unternehmen und Investoren. Je nach Kontext kann sich eine unterschiedliche Interpretation ergeben und Investoren oder das Management eines Unternehmens können daraus unterschiedliche Schlüsse ableiten. Aus Sicht einer Bank stellt das Interest Income beispielsweise in den meisten Fällen die größte Ertragsposition dar, während es für ein Industrieunternehmen normalerweise nur von nachrangiger Bedeutung ist.

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Interest Income – Definition und Erklärung

Das Interest Income einer Bank ist definiert als Unterschiedsbetrag zwischen den zinstragenden Forderungen und den zinstragenden Verbindlichkeiten. Praktisch zieht die Bank also von ihren Zinseinnahmen alle Zinsausgaben ab und erhält eine erste Ertragskennzahl. Aus dem Interest Income einer Bank sind dann alle weiteren Kostenpositionen zu bestreiten, sodass bestenfalls auch nach diesen ein Überschuss verbleibt.

Alle übrigen Unternehmen können durch die Gewährung von Krediten ebenfalls Zinserträge generieren. Je nach Zusammenhang gelten hier ausschließlich die Zinseinnahmen ohne den Abzug der Zinsausgaben als Interest Income. Der gleiche Definitionsansatz wie im Bankwesen (Zinseinnahmen abzüglich möglicher Zinsausgaben) ist ebenfalls möglich.

Auch Privatpersonen können ein Interest Income erzeugen, indem sie private Geldmittel verzinslich anlegen. Dies kann in Form von Bankprodukten, Anleihen oder durch die private Kreditvergabe erfolgen. In jedem Fall entsteht eine verzinsliche Forderung gegenüber einem Schuldner, der üblicherweise zur Rückzahlung des gesamten Betrages zuzüglich Zinsen verpflichtet ist. Die Summe der Zinsen für einen bestimmten Zeitraum entspricht dem Interest Income.

Hinweis: Als zinstragend gelten alle Forderungen und Verbindlichkeiten, für die in irgendeiner Form Zinszahlungen vereinbart wurden. Gewährt ein Unternehmen beispielsweise einem Mitarbeiter zinsloses Darlehen, gilt dies nicht als zinstragende Forderung, während ein Ratenkredit gegenüber einer Schwestergesellschaft für einen bestimmten Zinssatz pro Jahr als zinstragend gilt.

Berechnung des Interest Income

Grundsätzlich können Unternehmen selbst entscheiden, welche Berechnungen sie im Einzelfall dem Interest Income zugrunde legen. Eine Bank zieht üblicherweise ihre Zinsaufwendungen von den erzielten Zinserträgen ab, während in anderen Unternehmen häufig die Zinserträge mit dem Interest Income gleichgesetzt werden. Die Formel lautet im Allgemeinen wie folgt:

Interest~Income=Zinserträge-Zinsaufwendungen

Hinweis: Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht aus der Vergabe von Krediten besteht, weisen Zinserträge und Zinsaufwendungen immer wieder getrennt aus. Das Interest Income enthält in diesem Fall nur die Zinserträge. Aus der Unternehmensperspektive kann dies daran liegen, dass Zinseinnahmen eher eine Ausnahme darstellen und nicht dem operativen Geschäft zuzuordnen sind. Zinsaufwendungen für beispielsweise Investitionsgüter, Immobilien oder Rohstoffe gehören dagegen zum Kerngeschäft und sind von möglichen Zinseinkommen unabhängig zu bewerten. Deshalb wäre eine Vermischung der beiden Posten im Sinne der Transparenz nicht hilfreich.

Allgemeine Interpretation und Auswertung

Für eine generelle Interpretation des Interest Income ist von Bedeutung, welche Laufzeiten für die zinstragenden Forderungen oder Verbindlichkeiten gelten. Je kürzer die Zinsfestschreibungen, desto schwankungsanfälliger ist das Nettozinseinkommen. Variable Zinsen für Verbindlichkeiten unterliegen dabei dem Risiko von Zinserhöhungen, während festgeschriebene Zinsen dem Risiko von Zinssenkungen ausgesetzt sind. Diese Risiken wirken auf Banken, Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen.

Beispiel: Wenn ein Unternehmen sich Kapital zu variablen Konditionen bei einer Bank beschafft, trägt es das Risiko steigender Zinsen. Zinserhöhungen können von der Bank kurzfristig weitergegeben werden und senken damit den Gewinn des Unternehmens. Ein Kredit für gegenwärtig 3 Prozent Zinsen pro Jahr kann theoretisch in kurzer Zeit auf 6 Prozent Zinsen steigen. Vereinbart das Unternehmen dagegen mit seiner Bank eine Zinsfestschreibung, werden sinkende Zinsen zum Risiko. Fixiert das Unternehmen beispielsweise einen Zinssatz von 4 Prozent, während die Zinsen am Markt auf durchschnittlich 2 Prozent fallen, könnte es seinen Kredit jetzt günstiger abschließen. Aufgrund der vertraglichen Bindung muss das Unternehmen jedoch während der vereinbarten Laufzeit den erhöhten Zinssatz zahlen. Es entstehen sogenannte Opportunitätskosten.

Ein weiterer Faktor bei der Bewertung von Zinserträgen beziehungsweise Zinsforderungen ist das eingegangene Risiko. Verleiht etwa ein Industrieunternehmen innerhalb des eigenen Konzerns Gelder, ist das Verlustrisiko in der Regel geringer als bei einem Bankkredit für ein Start-up oder ein Verbraucherdarlehen. Aus Sicht der Kreditgeber und der Investoren ergibt sich aus einem erhöhten Ausfallrisiko auch eine erhöhte Zinsforderung, um dieses Risiko abzudecken. Ein ausgewogenes Kreditportfolio kann sich beispielsweise durch unterschiedliche Risikoklassen, Kreditnehmer und Laufzeiten auszeichnen.

Bewertung aus Unternehmenssicht

Die Bewertung des Interest Income aus Unternehmenssicht kann verschiedenen Perspektiven folgen. Investoren von Finanzinstituten werden in der Regel ein hohes Interest Income als positiv bewerten, da es die größte Einkommensposition darstellt. Bei anderen Unternehmen muss dies nicht unbedingt der Fall sein.

Erwirtschaftet ein Produktionsunternehmen beispielsweise hohe Zinserträge, kann dies die Frage aufwerfen, warum das Unternehmen Gelder verleiht und diese nicht selbst nutzt. Dies können Investoren als Zeichen für einen niedrigen Return on Investment oder eine mangelnde Auswahl von aussichtsreichen Investitionsmöglichkeiten bewerten. Während für Banken ein hohes Interest Income positiv zu bewerten ist, kann es bei anderen Unternehmen vielmehr auf mögliche Probleme oder Ungleichgewichte hinweisen.

Bewertung aus Investorensicht

Für Investoren stellen Zinseinnahmen in der Regel nur ein kleiner Teil des gesamten Einkommens dar, werden aber ebenfalls als Interest Income bezeichnet. Diese Art von Einnahmen kann beispielsweise durch den Erwerb von Unternehmensanleihen, durch verzinste Bankguthaben oder die Gewährung anderer Kredite entstehen. Eine Besonderheit der sogenannten „natürlichen Personen“ ist hierbei, dass diese Einkommen nicht der regulären Einkommenssteuer unterliegen. Stattdessen gilt in Deutschland die pauschale Abgeltungssteuer für Zinseinnahmen, die über einem festgelegten Freibetrag liegen. In diesem Freibetrag werden allerdings Erträge aus Dividenden und realisierten Kursgewinnen ebenfalls berücksichtigt.

Aus der privaten Perspektive ist es unüblich, die Zinsaufwendungen für Konsumenten- oder Immobilienkredite von möglichen Einnahmen abzuziehen. Die Zinseinnahmen abzüglich möglicher Steuerzahlungen stelle also direkt das persönliche Interest Income dar.

Nachteile des Interest Income

Unabhängig davon, für welche der oben genannten Interessengruppen das Interest Income ermittelt aus ausgewertet wird, gibt es allgemeine Grenzen der Kennzahl. Hierzu zählt beispielsweise, dass das Nettozinseinkommen keine Aussage über die Profitabilität eines Unternehmens liefern kann, da es nur die Einnahmenseite beziehungsweise einen Teil dieser betrachtet. Sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen fallen jedoch verschiedene Ausgaben an, die neben den Zinsaufwendungen zu berücksichtigen sind. Eine Bank kann beispielsweise jederzeit einen Verlust erwirtschaften, unabhängig von der Höhe des Interest Income.

Der Jahresüberschuss hängt viel mehr von dem Unterschied zwischen den Erträgen und den Aufwendungen wie beispielsweise Gehältern, Mieten oder Provisionen ab. Aus diesem Grund kann das Interest Income nur ein Teil einer umfangreichen (Unternehmens-)Analyse sein und sollte mit anderen Kennzahlen kombiniert werden.

Unterschied zwischen Interest Income und Dividend Income

Während das Interest Income ausschließlich Zinszahlungen berücksichtigt, widmet sich das Dividend Income Ausschüttungen von Erträgen aus Beteiligungen, den sogenannten Dividenden. Dividenden unterscheiden sich beispielsweise von Zinsen dadurch, dass sie nicht vertraglich im Vorfeld festgelegt werden. Stattdessen werden sie im Regelfall jährlich auf der Hauptversammlung eines Unternehmens beschlossen. Darüber hinaus haben Investoren keinen rechtlichen Anspruch auf Dividenden. Wenn Zinsen vertraglich vereinbart werden, gibt es dagegen einen Rechtsanspruch.

Es handelt sich also bei beiden Kennzahlen um Einkommen aus der Bereitstellung von Kapital für Dritte. Im Fall des Interest Income tritt der Empfänger der Zahlungen allerdings als Fremdkapitalgeber (Gläubiger) auf. Empfänger von Dividend Income sind dagegen Eigenkapitalgeber (Miteigentümer).

Beispiel für die Ermittlung eines Interest Income

Eine Bank mit einer Orientierung auf Baufinanzierungen hat insgesamt langlaufende (besicherte) Kredite über 100 Millionen Euro zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 2 Prozent vergeben. Für unbesicherte Nachfinanzierungen hat die Bank insgesamt 10 Millionen Euro zu einem Zinssatz von durchschnittlich 5 Prozent gewährt. Für die Refinanzierung der insgesamt 110 Millionen Euro zahlt die Bank ihrerseits 1,7 Prozent.

Interest~Income=(100~Mio.~EUR*0,02+10~Mio.~EUR*0,05)-(110~Mio. ~EUR*0,017)=630.000~EUR

Nach Abzug der Zinsaufwendungen verbleiben in diesem Fall Erträge in Höhe von 630.000 Euro. Dieser Betrag dient zur Deckung der sonstigen Betriebsaufwendungen. Hiernach verbleibt ein möglicher Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag.

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