Gambler’s Fallacy (Spielerfehlschluss) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Die Gambler’s Fallacy (deutsch: “Spielerfehlschluss”, auch: Monte Carlo Fallacy) ist Annahme, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit eines zufälligen Ereignisses von früheren Ereignissen dieser Art beeinflusst wird. Das ist jedoch eine Täuschung. Wenn eine Reihe von Ereignissen zufällig und unabhängig voneinander eintritt, dann kann das Ergebnis von früheren Ereignissen keine Auswirkung auf die Ergebnisse von zukünftigen Ereignissen haben.

🔴 Live-Webinar am 15.04.2024 um 18:30 Uhr

Ausbildung für Vermögensaufbau mit zusätzlichen monatlichen Einnahmen

Lerne, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Unterscheide gute von schlechten Aktien, führe eigenständig eine Bewertung durch und erkenne den richtigen Aktienkurs. Lerne außerdem, wie du mit dem Optionshandel einen zusätzlichen Cashflow generierst.

Einführung: Optionsstrategien für alle Marktlagen Gute von schlechten Aktien unterscheiden
Profitable Aktien- und Optionsstrategien 
In jeder Marktlage Geld verdienen
Plus Gratis-PDF im Webinar: Dein Start in den erfolgreichen Optionshandel

Was ist die Gambler’s Fallacy? – Definition

Gambler’s Fallacy bezeichnet die Annahme, dass die Häufigkeit des Auftretens eines Ereignisses in der Vergangenheit einen Einfluss auf zukünftige Ergebnisse hat. Dies kann problematisch sein, wenn zwischen zwei Ereignissen kein kausaler Zusammenhang besteht, dies aber angenommen wird. Der Grund dafür ist, dass unsere Entscheidungen in Bezug auf ein zukünftiges Ereignis auf falschen Informationen beruhen.

Angenommen, ein Investor nimmt seine Erfolgsbilanz als Indikator für die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Anlageerfolgs. Zwischen den beiden Ereignissen besteht nicht notwendigerweise ein kausaler Zusammenhang. Da er fälschlicherweise davon ausgeht, dass sich sein Erfolg fortsetzen wird, könnte er die Erfolgswahrscheinlichkeit seiner zukünftigen Investition überschätzen.

Gambler’s Fallacy ist eine von vielen kognitiven Verzerrungen (cognitive biases) beim Denken, Wahrnehmen, Erinnern und Urteilen. Kognitive Verzerrungen sind systematische Denkfehler beim Urteilen. Sie werden häufig in der Börsenpsychologie, Soziologie und Verhaltensökonomie (Behavioral Finance) untersucht.

Ursachen der Gambler’s Fallacy

Amos Tversky und Daniel Kahneman haben 1973 zum ersten Mal vorgeschlagen, dass die Gambler’s Fallacy eine kognitive Verzerrung ist, die durch eine psychologische Heuristik, die so genannte Repräsentativitätsheuristik, verursacht wird.

Die Idee hinter der Repräsentativitätsheuristik ist ziemlich einfach: Wir Menschen neigen dazu, die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen zu überschätzen, wenn sie uns an ähnliche Situationen erinnern, die wir schon einmal erlebt haben. Deshalb nehmen wir an, dass kurze Zufallssequenzen ein gutes Abbild längerer Sequenzen sind. Wir erwarten also, dass Muster, die wir in kleinen Stichproben sehen, auch in größeren Stichproben auftreten.

Eng verbunden mit dieser Heuristik ist die Gambler’s Fallacy. Sie beschreibt den Irrglauben, dass, wenn etwas häufiger als normal auftritt, ein Ausgleich stattfinden muss und das Gegenteil wahrscheinlicher wird. Wenn also jemand beim Roulette mehrmals hintereinander auf Rot fällt, könnte er fälschlicherweise annehmen, dass nun Schwarz „an der Reihe“ ist. Diese Fehleinschätzung beruht zum Teil auf der Vorstellung, dass Glücksspiele oder der Zufall an sich einen „gerechten“ Ausgleich schaffen, ein Konzept, das manchmal als „Just World Hypothesis“ bezeichnet wird.

Ein anderer Blickwinkel sieht den Glauben an den Spielerfehlschluss als Ergebnis der falschen Überzeugung, dass man Kontrolle über das Glücksspiel hat – entweder durch Fähigkeiten, Strategien oder irgendwelche anderen Mittel. Wer also glaubt, dass die Ergebnisse des Glücksspiels in direktem Zusammenhang mit den eigenen Fähigkeiten stehen, ist anfälliger für den Irrglauben, dass der Zufall über die eigenen Fähigkeiten triumphieren kann.

Wie funktioniert die Gambler’s Fallacy?

Angenommen jemand wirft zehnmal hintereinander eine Münze, und jedes Mal landet sie auf Kopf. Man könnte nun denken, beim nächsten Wurf sei die Chance größer, dass Zahl oben liegt, weil Kopf schon so oft gefallen ist. Doch das ist ein Trugschluss.

Tatsächlich hat die Münze keine „Erinnerung“ an vorherige Würfe. Jeder Wurf ist unabhängig von den anderen, und die Chance, Kopf oder Zahl zu werfen, bleibt immer gleich: 50 zu 50. Das bedeutet, egal wie oft hintereinander Kopf gefallen ist, die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten Wurf wieder Kopf kommt, liegt immer noch bei 50%.

Der Spielerfehlschluss kommt also daher, dass wir intuitiv glauben, nach einer Serie gleicher Ergebnisse müsse „ausgleichende Gerechtigkeit“ herrschen und das andere Ergebnis „dran“ sein. Aber in der Realität beeinflusst das, was bereits passiert ist, nicht das, was als Nächstes passiert – zumindest nicht bei fairen und unabhängigen Zufallsereignissen wie Münzwürfen.

Auswirkungen der Gambler’s Fallacy auf Investoren

Am Aktienmarkt kann man oft sehen, wie Anleger in die Falle der Gambler’s Fallacy tappen, indem sie annehmen, sie könnten aus vergangenen, zufälligen Preisbewegungen eines Aktienkurses den Kurs für den nächsten Tag ableiten.

Hierbei gibt es zwei typische Denkfehler:

  1. Wenn eine Aktie über einige Zeit hinweg gestiegen oder gefallen ist, glauben Investoren, dass sie weiterhin in dieselbe Richtung tendieren wird.
  2. Umgekehrt denken sie manchmal, dass eine Aktie, nachdem sie eine Weile in eine Richtung gegangen ist, nun die Richtung ändern muss.

Trotz des offensichtlichen Widerspruchs zwischen diesen beiden Annahmen, haben sie eines gemeinsam: Beide basieren mehr auf der Vergangenheit als auf soliden Fundamentaldaten oder technischen Analysen.

Das Risiko des Spielerfehlschlusses wird besonders groß, wenn Anleger zufälligerweise mit ihren Vorhersagen richtig liegen und daraus schließen, dass sie auch zukünftige Ereignisse vorhersehen können. Dieses falsche Vertrauen kann dazu führen, dass sie ihre Einsätze auf ähnliche Spekulationen erhöhen, was in gravierenden finanziellen Verlusten enden kann.

Die Gambler’s Fallacy ist an der Börse besonders stark ausgeprägt, so dass man hier auch von einem „Investor Bias“ spricht.

Beispiel für die Gambler’s Fallacy an der Börse

Angenommen, ein Anleger besitzt 100 Aktien der “XYZ AG”. Zu einem bestimmten Zeitpunkt ist die Aktie der XYZ AG sieben Tage in Folge gestiegen. Der Anleger ist sich sicher, dass die Aktie am nächsten Tag fallen wird. Er beschließt daher, die Aktie zu verkaufen, was sich einen Tag später als gute Entscheidung herausstellt, da die Aktie tatsächlich gefallen ist.

Der Anleger beobachtet die Aktie weiter und wartet darauf, dass die Aktie sieben Tage hintereinander wieder fällt, da er sich sicher ist, dass dies ein Kaufsignal für ihn ist. Einige Zeit später fällt die Aktie sieben Tage in Folge und der Anleger steigt wieder ein. Allerdings kauft er aufgrund seines neu entdeckten “Marktvorteils” gleich 1.000 Aktien.

Diesmal liegt der Anleger jedoch falsch. Die Aktie fällt weiter und der Anleger verliert mehr als die Hälfte seines eingesetzten Kapitals. Er hatte die fundamentalen Gründe für den Abverkauf der Aktie übersehen und sich ausschließlich auf das vermeintlich erkannte Muster verlassen.

Gambler’s Fallacy beim Investieren überwinden – 2 Tipps

Die Gambler’s Fallacy kann an der Börse zu erheblichen Verlusten führen, die vermeidbar wären, wenn man einige Grundprinzipien beachtet. Zwei Tipps können helfen, den Spielerfehler zu überwinden.

Tipp Nummer 1 – Systematisiertes Investieren

Die Umsetzung eines systematisierten Investmentansatzes ist wahrscheinlich der erfolgversprechendste Weg, um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein. Feste Regelwerke sowie Investmentchecklisten unterstützen den Anleger bei der Entscheidungsfindung. So werden Entscheidungen nach rationalen Kriterien und nicht aufgrund von Emotionen oder kognitiven Verzerrungen getroffen.

Ein wichtiger Punkt eines solchen Investmentansatzes ist, dass die Vorschriften und Checklisten auf Basis wissenschaftlicher Arbeiten und Backtests erstellt werden. Ein schwaches Regelwerk schützt nicht vor Fehlentscheidungen, sondern begünstigt diese im schlimmsten Fall. Jedes Regelwerk ist letztlich nur so gut wie die Grundlage, auf der es basiert.

Tipp Nummer 2 – Keine Entscheidung ohne Research

Auch wenn man seine Anlageentscheidungen nicht nach einem festen Regelwerk treffen möchte, kann man kostspieligen Fehlentscheidungen vorbeugen, indem man vor jeder Anlageentscheidung eine kurze Recherche durchführt. Verlässt man sich zu sehr auf technische Faktoren oder das eigene Bauchgefühl, kann es schnell passieren, dass fundamental kritische Faktoren übersehen werden.

Kostenloses Webinar + PDF: So handelst du profitabel mit Optionen und generierst ein Zusatzeinkommen

Einführung: Optionsstrategien für alle MarktlagenLerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 15.04.2024 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

DeltaValue GmbH hat 4,92 von 5 Sternen | 101 Bewertungen auf ProvenExpert.com