Gambler’s Fallacy (Spielerfehlschluss) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Die Gambler’s Fallacy (deutsch: “Spielerfehlschluss”), auch bekannt als Monte Carlo Fallacy, ist Annahme, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit eines zufälligen Ereignisses von früheren Ereignissen dieser Art beeinflusst wird. Das ist jedoch eine Täuschung. Wenn eine Reihe von Ereignissen zufällig und unabhängig voneinander eintritt, dann kann das Ergebnis von früheren Ereignissen keine Auswirkung auf die Ergebnisse von zukünftigen Ereignissen haben.

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Was ist die Gambler’s Fallacy? – Definition

Gambler’s Fallacy bezeichnet die Auffassung, dass die Eintrittsfrequenz eines Ereignisses in der Vergangenheit einen Einfluss auf zukünftige Ergebnisse hat. Dies kann problematisch sein, wenn zwei Ereignisse nicht kausal miteinander verbunden sind, wir aber glauben, dass sie es sind. Das liegt daran, dass unsere Entscheidungen in Bezug auf ein zukünftiges Ereignis auf falsche Informationen gestützt werden.

Angenommen ein Investor nimmt seine Erfolgsbilanz als Indikator für die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Investitionserfolgs. Die beiden Ereignissen sind nicht unbedingt kausal miteinander verbunden. Da er fälschlicherweise davon ausgeht, dass sein Erfolg weiter anhalten wird, könnte er die Erfolgswahrscheinlichkeit seiner zukünftigen Investition überschätzen.

Gambler’s ist einer von vielen kognitiven Verzerrungen (cognitive biases) beim Denken, Wahrnehmen, Erinnern und Urteilen. Kognitive Verzerrungen sind systematische Denkfehler bei der Beurteilung. Sie werden häufig in der Psychologie, Soziologie und Verhaltensökonomie (Behavioral Finance) untersucht.

Ursachen der Gambler’s Fallacy

Der Gambler’s Fallacy liegt an dem Glauben, dass kleine Stichproben repräsentativ für die Grundgesamtheit sein müssen. Amos Tversky und Daniel Kahneman schlugen erstmals vor, dass die Gambler’s Fallacy eine kognitive Verzerrung ist, die durch eine psychologische Heuristik, die sogenannte Repräsentativitätsheuristik, hervorgerufen wird.

Die Repräsentativitätsheuristik besagt, dass Menschen die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ereignisses bewerten, indem sie einschätzen, wie ähnlich es Ereignissen ist, die sie zuvor erlebt haben und wie ähnlich die Ereignisse sind, die diese beiden Prozesse umgeben. Kahneman und Tversky interpretieren dies dahingehend, dass Menschen glauben, dass kurze Folgen von Zufallsereignissen repräsentativ für längere sein sollten.

Der Irrglaube des Spielers kann auch auf die irrtümliche Annahme zurückgeführt werden, dass das Glücksspiel oder sogar der Zufall selbst ein fairer Prozess ist, der sich im Falle von Glückssträhnen selbst korrigieren kann, was als “Just-World-Hypothese” bekannt ist.

Andere Forscher glauben, dass der Glaube an den Irrglauben das Ergebnis eines falschen Glaubens an einen internen Kontrollpunkt sein kann. Wenn eine Person glaubt, dass die Ergebnisse des Glücksspiels das Ergebnis ihres eigenen Könnens sind, ist sie möglicherweise anfälliger für den Trugschluss des Glücksspielers, weil sie die Vorstellung ablehnt, dass der Zufall das Können oder Talent überwinden könnte.

Wie funktioniert die Gambler’s Fallacy?

Nehmen wir zum Beispiel eine Serie von 10 Münzwürfen, die alle mit der Seite „Kopf“ nach oben gelandet sind. Eine Person könnte vorhersagen, dass der nächste Münzwurf mit größerer Wahrscheinlichkeit mit „Zahl“ nach oben erfolgen wird. Wenn die Person jedoch weiß, dass es sich um eine faire Münze handelt, bei der die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf einer der beiden Seiten landet, 50/50 beträgt, und dass die Münzwürfe nicht systematisch durch einen Mechanismus miteinander verbunden sind, dann begeht sie den Trugschluss des Glücksspielers.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine faire Münze Kopf zeigt, beträgt immer 50 Prozent. Jeder Münzwurf ist ein unabhängiges Ereignis, was bedeutet, dass alle vorherigen Würfe keinen Einfluss auf zukünftige Würfe haben. Wenn einem Spieler vor dem Werfen einer Münze angeboten würde, darauf zu wetten, dass 11 Münzwürfe 11 Mal Kopf ergeben würden, wäre es klug, die Wette abzulehnen, da die Wahrscheinlichkeit, dass 11 Münzwürfe 11 Mal Kopf ergeben, extrem gering ist.

Wird jedoch die gleiche Wette angeboten, bei der 10 Würfe bereits 10 Köpfe ergeben haben, hätte der Spieler eine 50-prozentige Gewinnchance, da die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Wurf Kopf ergibt, immer noch 50 Prozent beträgt. Der Trugschluss besteht darin, zu glauben, dass, nachdem bereits 10 Köpfe gefallen sind, der 11. nun weniger wahrscheinlich ist.

Auswirkungen der Gambler’s Fallacy auf Investoren

Die Gambler’s Fallacy oder Monte Carlo Fallacy steht für ein falsches Verständnis von Wahrscheinlichkeit und kann auch auf Investitionen angewendet werden. An der Börse lässt sich die Gambler’s Fallacy beobachten, wenn Investoren glauben, dass sie auf Basis einer Reihe an zufälligen Kursbewegungen eines Wertpapiers die Kursbewegung desselben Wertpapiers am Folgetag prognostizieren können. Hierbei gibt es zwei mögliche Trugschlüsse, denen Investoren unterliegen können:

  • Ein Wertpapier hat sich eine gewisse Zeit lang in eine Richtung bewegt, also muss es sich weiter in diese Richtung bewegen.
  • Ein Wertpapier hat sich eine gewisse Zeit lang in eine Richtung bewegt, also muss es sich nun in die andere Richtung bewegen.

Obgleich die genannten Trugschlüsse konträr zueinander sind, haben beide einen gemeinsamen Ursprung in der Gambler’s Fallacy: Sie basieren auf früheren Ereignissen, anstelle von fundamentalen oder technischen Daten.

Die Gefahr der Gambler’s Fallacy steigt immens, wenn Investoren zufälligerweise mit ihren Wetten richtig lagen, da sie davon ausgehen, dass das zufällig eingetretene Ereignis beweist, dass sie auch weitere zukünftige Ereignisse prognostizieren können. Dies kann dazu führen, dass die Investoren ihre Einsätze auf ähnliche Ereignisse, auf Basis der Gambler’s Fallacy, stets erhöhen, was zu immensen Verlusten führen kann.

Die Gambler’s Fallacy ist an der Börse besonders stark vertreten, sodass hierbei auch von einem „Investor Bias“ gesprochen wird.

Beispiel für die Gambler’s Fallacy an der Börse

Nehmen wir an, ein Investor besitzt 100 Aktien der “XYZ AG”. Die Aktie der XYZ AG ist zu einem gewissen Zeitpunkt bereits sieben Tage am Stück gestiegen. Der Investor ist sich sicher, dass die Aktie aufgrund der Reihe an Anstiegen am nächsten Tag fallen muss. Dementsprechend entscheidet er sich, die Aktien zu verkaufen, was sich einen Tag später als gute Entscheidung herausstellt, da die Aktien tatsächlich gefallen sind.

Der Investor beobachtet die Aktie weiter und wartet darauf, dass der Titel wieder sieben Tage am Stück fällt, da er sich sicher ist, dass dies für ihn ein Einstiegssignal ist. Die Aktie fällt einige Zeit später sieben Tage am Stück, weshalb der Investor wieder in den Titel einsteigt. Er kauft aufgrund seines neuentdeckten “Marktvorteils” allerdings gleich 1.000 Aktien.

Diesmal liegt der Investor allerdings nicht richtig. Die Aktie fällt ununterbrochen weiter und der Investor verliert über die Hälfte seines investierten Kapitals. Er hatte übersehen, dass es fundamentale Gründe für den Ausverkauf dieses Titels gab und hat sich ausschließlich auf das vermeintlich erkannte Muster verlassen.

Gambler’s Fallacy beim Investieren überwinden – 2 Tipps

Die Gambler’s Fallacy kann an der Börse zu erheblichen Verlusten führen, die vermeidbar wären, wenn man sich an einige Grundprinzipien hält. Zwei Tipps können dabei helfen, einen Spielerfehlschluss zu überwinden.

Tipp Nummer 1 – Systematisiertes Investieren

Die Umsetzung eines systematisierten Investitionsansatzes ist wahrscheinlich der erfolgversprechendste Weg, um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein. Feste Regelwerke sowie Investitionschecklisten unterstützen den Investor bei der Entscheidungsfindung. Somit werden Entscheidungen auf Basis von rationalen Kriterien getroffen, anstelle auf Grundlage von Emotionen oder Trugschlüssen.

Ein wichtiger Punkt eines solchen Investitionsansatzes ist, dass die Regelwerke sowie Checklisten auf der Grundlage von wissenschaftlichen Arbeiten und Backtests erstellt werden. Hält man sich an ein schwaches Regelwerk, schützt einen dies nicht vor Fehlentscheidungen, sondern fördert diese im Worst Case noch. Jedes Regelwerk ist schließlich nur so gut, wie die Arbeit, auf der es basiert.

Tipp Nummer 2 – Keine Entscheidung ohne Research

Selbst wenn man seine Investitionsentscheidungen nicht auf Basis eines festen Regelwerks treffen möchte, kann man kostspieligen Fehlentscheidungen vorbeugen, indem man vor jeder Investitionsentscheidung eine kurze Recherche anstellt. Verlässt man sich zu sehr auf technische Faktoren oder das eigene Bauchgefühl, kann es schnell zu einer Situation kommen, in dem man fundamental kritische Faktoren übersieht.

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