Vorzugsdividende – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Vorzugsdividende - Definition
Vorzugsdividende - Definition

Eine Vorzugsdividende (engl.: Preferred Dividend) bezeichnet die Dividende, die auf Vorzugsaktien (Preferred Shares) entfällt und vorrangig gegenüber Dividenden auf Stammaktien (Common Shares) berücksichtigt wird.

Das bedeutet: Wenn das Unternehmen Dividenden ausschüttet, werden Vorzugsaktionäre typischerweise vor den Stammaktionären bedient. Die konkrete Ausgestaltung der Vorzugsdividende ergibt sich aus den Emissionsbedingungen bzw. der Satzung.

Ist eine Vorzugsdividende sicher?

Eine Vorzugsdividende ist in der Regel bevorrechtigt, aber nicht automatisch „garantiert“ im Sinne einer jederzeit durchsetzbaren Zahlung. In vielen Jurisdiktionen (und oft auch in den Emissionsbedingungen) gilt: Dividenden werden grundsätzlich nur ausgeschüttet, wenn sie ordnungsgemäß beschlossen bzw. erklärt werden und rechtlich ausschüttungsfähige Mittel vorliegen.

Als Gegenleistung für die bevorzugte Gewinnbeteiligung haben Vorzugsaktien im Vergleich zu Stammaktien häufig kein oder nur ein eingeschränktes Stimmrecht.

Wie wird die Vorzugsdividende festgelegt?

Die Höhe der Vorzugsdividende wird üblicherweise im Voraus festgelegt, z. B.:

  • als fester Betrag (z. B. 3,00 EUR je Vorzugsaktie und Jahr) oder
  • als Prozentsatz einer Bezugsgröße (z. B. des „Nennwerts“/Par Value oder einer definierten Liquidationspräferenz).

Hinweis: Viele Aktien sind als Stückaktien ohne klassischen Nennwert ausgestaltet. Dann wird die Dividende in der Praxis häufig als fester Euro-Betrag je Aktie oder über den rechnerischen Anteil am Grundkapital beschrieben.

Kumulativ und nicht kumulativ

Vorzugsdividenden lassen sich häufig in kumulative und nicht kumulative Vorzugsdividenden unterteilen:

Typ Was passiert bei ausfallender Dividende? Auswirkung auf spätere Ausschüttungen
Kumulativ Nicht gezahlte Dividenden kumulieren als Rückstände („dividends in arrears“). Sobald das Unternehmen wieder Dividenden zahlt, werden diese Rückstände in der Regel vor Dividenden an Stammaktionäre bedient.
Nicht kumulativ Für eine Periode nicht erklärte/ausgefallene Dividenden verfallen typischerweise. Es entsteht kein Nachzahlungsanspruch für diese Periode. Spätere Dividenden beginnen wieder „ab null“.

Hinweis: Ob eine Vorzugsdividende kumulativ oder nicht kumulativ ist, ergibt sich aus den Emissionsbedingungen und ist für Investoren besonders wichtig, weil sie die Planbarkeit der Ausschüttungen (und die Seniorität gegenüber Stammaktien) beeinflusst.

Stimmrechte und Besonderheiten

Vorzugsaktien können stimmrechtslos sein oder nur eingeschränkte Stimmrechte gewähren. Im deutschen Aktienrecht sind stimmrechtslose Vorzugsaktien grundsätzlich möglich. Je nach Ausgestaltung kann das Stimmrecht wieder aufleben, wenn der Vorzug nicht (ordnungsgemäß) gewährt wird, bis Rückstände ausgeglichen sind.

Ergänzend (häufige, aber separate Regelung): Vorzugsaktien können neben der Dividendenpräferenz auch eine Liquidationspräferenz haben, d. h. eine bevorzugte Behandlung bei der Verteilung von Vermögen im Liquidationsfall. Das ist nicht identisch mit der Vorzugsdividende, wird aber oft gemeinsam als „Vorzugsrecht“ verstanden.

Beispiel für eine Vorzugsdividende

Ein großes Elektronikunternehmen hat Stamm- und Vorzugsaktien ausgegeben. Die Stammaktien verbriefen alle üblichen Aktionärsrechte, einschließlich des Stimmrechts auf Hauptversammlungen. Die Vorzugsaktionäre haben kein Stimmrecht, erhalten dafür eine Vorzugsdividende von 3,00 EUR je Aktie pro Jahr.

Im Geschäftsjahr erwirtschaftet das Unternehmen nur einen geringen Gewinn und entscheidet, keine Dividende auf die Stammaktien auszuschütten. Je nach Ausgestaltung der Vorzugsaktien gilt dann:

  • Bei kumulativen Vorzugsaktien: Wird die Vorzugsdividende in diesem Jahr nicht ausgeschüttet, entsteht ein Rückstand, der in späteren Jahren vor Dividenden an Stammaktionäre zu bedienen ist, sobald wieder ausgeschüttet wird.
  • Bei nicht kumulativen Vorzugsaktien: Wird die Dividende für dieses Jahr nicht erklärt/gezahlt, entsteht typischerweise kein Nachzahlungsanspruch für diese Periode.

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