Phillipskurve – Erklärung & Bedeutung

Autor: Maik Engelkamp - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Phillipskurve ist ein von A. W. Phillips beobachteter Zusammenhang, der besagt, dass Inflation und Arbeitslosigkeit in einem stabilen und umgekehrten Verhältnis zueinander stehen. Die Theorie besagt, dass mit dem Wirtschaftswachstum auch die Inflation steigt, was wiederum zu mehr Arbeitsplätzen und weniger Arbeitslosigkeit führen sollte. Das ursprüngliche Konzept wurde jedoch aufgrund der Stagflation in den 1970er-Jahren, als sowohl die Inflation als auch die Arbeitslosigkeit hoch waren, empirisch zumindest teilweise widerlegt.

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Phillipskurve – Bedeutung

Die Phillipskurve besagt, dass die Veränderung der Arbeitslosigkeit in einer Volkswirtschaft einen vorhersehbaren Einfluss auf die Preisinflation hat. Die umgekehrte Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation wird als eine abwärts geneigte, konkave Kurve dargestellt, wobei die Inflationsrate auf der y-Achse und die Arbeitslosenquote auf der x-Achse liegt.

Mit zunehmender Inflation sinkt die Arbeitslosigkeit und umgekehrt. Dementsprechend führt eine Konzentration auf die Verringerung der Arbeitslosigkeit zu einem Anstieg der Inflation und umgekehrt.

Eine exemplarische Phillipskurve

In den 1960er-Jahren glaubte man, dass jeder fiskalische Stimulus, der die Gesamtnachfrage erhöht, die folgenden Effekte auslösen würde:

  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt
  • Die Zahl der Arbeitslosen sinkt
  • Die Unternehmen erhöhen die Löhne, um wettbewerbsfähig zu sein
  • Die Lohnkosten der Unternehmen steigen
  • Die Unternehmen geben diese Kosten in Form von Preiserhöhungen an die Verbraucher weiter (Inflation)

Diese Überzeugung veranlasste viele Regierungen dazu, eine sogenannte „Stop-Go“-Strategie zu verfolgen, bei der eine Zielinflationsrate festgelegt und die Wirtschaft durch fiskal- und geldpolitische Maßnahmen beeinflusst wurde, um die Zielrate zu erreichen.

Gültigkeit der Kurve bei Stagflation

Das stabile Verhältnis zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit brach jedoch in den 1970er-Jahren mit dem Aufkommen der Stagflation zusammen und stellte die Gültigkeit der Phillipskurve infrage. Stagflation tritt auf, wenn eine Volkswirtschaft ein stagnierendes Wirtschaftswachstum, hohe Arbeitslosigkeit und eine hohe Preisinflation erlebt. Dieses Szenario steht natürlich in direktem Widerspruch zu der Phillipskurve zugrunde liegenden Theorie.

In den Vereinigten Staaten kam es bis in die 1970er-Jahre nie zu einer Stagflation, da die steigende Arbeitslosigkeit nicht mit einer sinkenden Inflation einherging. Zwischen 1973 und 1975 verzeichnete die US-Wirtschaft in sechs aufeinander folgenden Quartalen einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und gleichzeitig eine Verdreifachung der Inflation.

Die langfristige Phillipskurve

Das Phänomen der Stagflation und der Zusammenbruch der Phillipskurve veranlasste die Wirtschaftswissenschaftler, sich eingehender mit der Rolle der Erwartungen im Verhältnis zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation zu befassen.

Da Arbeitnehmer und Verbraucher ihre Erwartungen hinsichtlich künftiger Inflationsraten auf der Grundlage der aktuellen Inflations- und Arbeitslosenraten anpassen können, könnte die umgekehrte Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit nur auf kurze Sicht bestehen.

Wenn die Zentralbank die Inflation anhebt, um die Arbeitslosigkeit zu senken, kann dies zu einer anfänglichen Verschiebung entlang der kurzfristigen Phillipskurve führen, da sich die Inflationserwartungen von Arbeitnehmern und Verbrauchern jedoch an das neue Umfeld anpassen, kann sich die Phillipskurve langfristig selbst nach außen verschieben.

Dies wird insbesondere in der Nähe der natürlichen Arbeitslosenquote oder NAIRU (Non Accelerating Inflation Rate of Unemployment) vermutet, die im Wesentlichen die natürliche Rate der Arbeitslosigkeit in der Wirtschaft darstellt. Wenn sich also die Erwartungen langfristig an Veränderungen der Inflationsraten anpassen können, ähnelt die langfristige Phillipskurve einer vertikalen Linie bei der NAIRU.

(Im Beispiel läge die NAIRU bei 3%.)

Beispiel für eine langfristige Phillipskurve

Die Geldpolitik erhöht oder senkt die Inflationsrate, nachdem sich die Markterwartungen angepasst haben.

In Zeiten der Stagflation können Arbeitnehmer und Verbraucher beginnen, einen Anstieg der Inflationsraten zu erwarten, sobald ihnen bewusst wird, dass die Währungsbehörde eine expansive Geldpolitik zu betreiben gedenkt. Dies kann dazu führen, dass sich die kurzfristige Phillipskurve nach außen verschiebt, noch bevor die expansive Geldpolitik durchgeführt wurde.

Demnach hat die Politik selbst auf kurze Sicht nur geringe Auswirkungen auf die Senkung der Arbeitslosigkeit, und die kurzfristige Phillipskurve wird ebenfalls zu einer vertikalen Linie bei der NAIRU.

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