Know Sure Thing (KST) Indikator – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Know Sure Thing (KST) ist ein Momentum-Oszillator, der die Rate of Change über vier verschiedene Zeitfenster bündelt und geglättet zu einer einzigen Linie zusammenfasst. Ziel des Indikators ist es, das Zusammenspiel mehrerer Preiszyklen in einem gemeinsamen Momentum-Signal zu verdichten. Durch die Kombination und Glättung mehrerer ROC-Reihen soll der KST im Vergleich zu einem einzelnen Momentum-Maß kurzfristige Schwankungen und Fehlsignale reduzieren.
🔴Live-Webinar am 12.10.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 12.10.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Know Sure Thing (KST) im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Know Sure Thing (KST) | |
|---|---|
| Kategorie | Momentum |
| Darstellung | Oszillator (separates Panel unterhalb des Kurscharts) |
| Standardparameter | ROC-Perioden 10/15/20/30, Glättung (SMA) 10/10/10/15, Signallinie 9 (Daily-Einstellung) |
| Wertebereich | Unbegrenzt – oszilliert um die Nulllinie (positiv/negativ) |
| Typische Zeitrahmen | Daily, Weekly, Monthly – Parameter je Zeitrahmen angepasst |
| Märkte | Auf viele preisbasierte Märkte wie Aktien, Indizes, Devisen, Futures und Kryptowährungen anwendbar |
| Entwickelt von | Martin J. Pring, 1992 (Stocks & Commodities Magazine) |
Know Sure Thing (KST) – Signale und Interpretation
Der Know Sure Thing (KST) liefert Momentum-Signale über zwei Hauptmechanismen: das Kreuzen der Signallinie und das Kreuzen der Nulllinie (Centerline). Grundsätzlich gilt: Ein positiver KST-Wert zeigt aufwärts gerichtetes Momentum, ein negativer Wert abwärts gerichtetes.
Kaufsignal
Kreuzt die KST-Linie ihre Signallinie von unten nach oben, entsteht ein bullisches KST-Signal und das aufwärts gerichtete Momentum nimmt relativ zur Signallinie zu. Ein Anstieg über die Nulllinie zeigt zusätzlich den Wechsel des zusammengesetzten Momentums in den positiven Bereich an. Pring betonte zusätzlich die Bestätigung durch die Kursentwicklung.
Verkaufssignal
Fällt die KST-Linie von oben unter ihre Signallinie, entsteht ein bärisches KST-Signal. Ein Durchbruch der Nulllinie nach unten zeigt zusätzlich den Wechsel des zusammengesetzten Momentums in den negativen Bereich an. Auch hier sollte eine mögliche Trendumkehr anhand der Kursentwicklung bestätigt werden.
Neutraler Bereich
Pendelt der KST-Indikator eng um die Nulllinie oder verläuft flach entlang der Signallinie, fehlt ein klarer Momentum-Impuls. Besonders in Seitwärtsphasen können häufige Kreuzungen auftreten. In solchen Situationen sollte das KST-Signal im Zusammenhang mit der übergeordneten Kursentwicklung beurteilt werden.
Divergenz
Läuft der Kurs auf ein neues Hoch, während der KST ein niedrigeres Hoch bildet, liegt eine bärische Divergenz vor. Bei einem neuen Kurstief und einem höheren KST-Tief entsprechend eine bullische Divergenz.
Eine Divergenz ist zunächst ein Warnhinweis auf nachlassendes bzw. zunehmendes Momentum. Pring empfiehlt deshalb eine Bestätigung durch den Preis selbst, beispielsweise durch einen Trendlinienbruch, die Vollendung einer Kursformation oder ein entsprechendes Moving-Average-Signal.
Berechnung des Know Sure Thing (KST)-Indikators
Ausgangspunkt für die Berechnung des KST-Indikators sind die Schlusskurse (Close) aufeinanderfolgender Perioden. Zunächst wird für vier verschiedene Zeitfenster die Rate of Change (ROC) ermittelt – also die prozentuale Kursveränderung gegenüber n Perioden zuvor:
- Für jedes der vier Zeitfenster (Standard: 10, 15, 20 und 30 Perioden) wird ein eigener ROC-Wert berechnet.
- Jeder dieser vier ROC-Werte wird anschließend mit einem Simple Moving Average (SMA) geglättet, gewichtet und zur finalen KST-Linie summiert.
Schritt 1 – Rate of Change (ROC) je Zeitfenster:
Schritt 2 – Glättung der vier ROC-Werte (RCMA):
Schritt 3 – Gewichtete Summe (KST-Linie):
Die Gewichtung steigt vom kürzesten zum längsten ROC-Baustein von 1 auf 4. Dadurch erhalten die längerfristigen Komponenten innerhalb der Summe ein höheres nominales Gewicht.
Schritt 4 – Signallinie:
Typische Know Sure Thing (KST)-Einstellungen
In der TradingView-KST-Variante teilen sich die neun Parameter in vier ROC-Perioden, vier zugehörige Glättungslängen und eine Signallinien-Periode auf. Kürzere ROC- und Glättungswerte reagieren schneller auf Kursänderungen, schwanken dafür in der Regel stärker. Längere Einstellungen glätten stärker, erhöhen jedoch die zeitliche Verzögerung.
TradingView dokumentiert für unterschiedliche Zeithorizonte folgende von Prings Systematik abgeleitete Parametersätze:
- Kurzfristig (Daily): KST(10, 15, 20, 30, 10, 10, 10, 15, 9)
- Mittelfristig (Weekly): KST(10, 13, 15, 20, 10, 13, 15, 20, 9)
- Langfristig (Monthly): KST(9, 12, 18, 24, 6, 6, 6, 9, 9)
Auf Wochen- und Monatsbasis verläuft der KST-Indikator bei diesen Einstellungen deutlich glatter. Dadurch reagieren Nulllinien-Kreuzungen häufig später, während Signallinien-Kreuzungen früher auf Veränderungen des geglätteten Momentums reagieren können.
Beispiel: Know Sure Thing (KST)-Indikator im Chart
Der folgende Tageschart zeigt den S&P-500-Index (Cash) mit dem KST-Indikator in einem separaten Panel. Gut erkennbar sind die Signallinien-Kreuzungen, die Wechsel des Momentums anzeigen, sowie die Durchgänge durch die Nulllinie, die den übergeordneten Momentum-Zustand veranschaulichen.
Know Sure Thing (KST)-Indikator in TradingView erstellen
Der Know Sure Thing gehört in TradingView zu den fest integrierten Standard-Indikatoren und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert öffnen (z.B. SPX).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Know Sure Thing“ bzw. „KST“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der KST in einem separaten Panel unterhalb des Kurscharts hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Parameter (ROC-Perioden, Glättungslängen, Signallinie) sowie unter „Style“ Farbe und Darstellung von KST- und Signallinie anpassen.
Know Sure Thing (KST)-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Bündelt vier geglättete ROC-Komponenten unterschiedlicher Zeithorizonte in einer gemeinsamen Momentum-Linie
- Die Glättung soll kurzfristige Schwankungen und Fehlsignale (Whipsaws) gegenüber ungeglätteten Momentum-Reihen begrenzen
- Mehrere Interpretationsansätze möglich: Signallinie, Nulllinie, Divergenzen und Trendlinien
- Parameter lassen sich an unterschiedliche kurz-, mittel- und langfristige Betrachtungshorizonte anpassen
Schwächen
- Nachlaufend – die verwendeten gleitenden Durchschnitte erzeugen eine systembedingte Verzögerung
- Historische Extrembereiche sind basiswert- und zeitrahmenspezifisch
- Nulllinien-Kreuzungen können besonders bei stärker geglätteten Einstellungen deutlich verzögert auftreten
- Die zahlreichen Parameter schaffen Anpassungsmöglichkeiten, erhöhen bei nachträglicher Optimierung aber auch das Risiko von Overfitting und Data-Snooping
- Divergenzen können lange bestehen oder mehrfach auftreten, bevor der Preis tatsächlich dreht, und sollten deshalb durch die Kursentwicklung bestätigt werden
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der Know Sure Thing entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Gleitende Durchschnitte (Moving Averages): Können verwendet werden, um die übergeordnete Kursrichtung zu definieren und KST-Signale im Kontext eines bestehenden Trends zu beurteilen.
- Relative Strength Index (RSI): Ergänzt den nicht standardisiert begrenzten KST um einen Oszillator mit festem Wertebereich und kann damit eine zusätzliche Perspektive auf relative Extremzustände liefern.
- Moving Average Convergence Divergence (MACD): Liefert eine weitere Momentum-Perspektive. Stimmen MACD und KST überein, liegt eine zusätzliche technische Bestätigung vor.
- Price Action / Kursformationen: Trendlinienbrüche, Moving-Average-Signale oder abgeschlossene Kursformationen können zur Bestätigung eines KST-Signals herangezogen werden. Diese Form der Preisbestätigung entspricht auch Prings ursprünglichem Ansatz.
- Support/Resistance (ggf. + Fibonacci-Levels): Preiszonen können helfen, ein KST-Signal in den aktuellen Markt- und Trendkontext einzuordnen.
KST vs. MACD, RSI und Rate of Change (ROC)
Know Sure Thing (KST), Moving Average Convergence Divergence (MACD), Rate of Change (ROC) und Relative Strength Index (RSI) werden häufig zur Beurteilung des Momentums eingesetzt, betrachten Kursbewegungen jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven.
| Merkmal | KST | MACD | RSI | ROC |
|---|---|---|---|---|
| Grundlage | Vier geglättete und gewichtete ROC-Reihen | Differenz zweier gleitender Durchschnitte | Verhältnis beziehungsweise Stärke positiver und negativer Kursbewegungen | Prozentuale Kursänderung über einen einzelnen Zeitraum |
| Wertebereich | Nicht fest begrenzt, oszilliert um Null | Nicht fest begrenzt, oszilliert um Null | Fest zwischen 0 und 100 | Nicht fest begrenzt, oszilliert um Null |
| Zeithorizonte | Verbindet vier ROC-Perioden in einer Linie | Vergleicht einen schnellen mit einem langsameren gleitenden Durchschnitt | Verwendet eine definierte Berechnungsperiode | Verwendet einen einzelnen ROC-Rückblick |
| Typische Interpretation | Signallinie, Nulllinie, Richtung und Divergenzen | MACD-/Signallinien-Crossover, Nulllinie, Histogramm und Divergenzen | Momentum, relative Extrembereiche und Divergenzen | Momentum-Richtung, Nulllinie und relative Extrembereiche |
| Besonderheit | Fasst Momentum mehrerer Zeitfenster zu einer gewichteten Gesamtreihe zusammen | Stellt den Abstand zwischen zwei unterschiedlich schnellen Durchschnittsberechnungen dar | Standardisierter Wertebereich erleichtert den Vergleich relativer Extremwerte | Direkte und vergleichsweise wenig geglättete Messung der prozentualen Kursveränderung |
Hintergrund und Geschichte des Know Sure Thing (KST)-Indikators
- 1992: Martin J. Pring stellt den Indikator im Stocks & Commodities Magazine unter dem Titel „Summed Rate of Change (KST)“ vor – ursprünglich als Summierte Rate of Change bezeichnet.
- Konzept: Pring geht davon aus, dass Kurstrends aus dem Zusammenspiel vieler Zeitzyklen entstehen und bedeutende Wenden dann eintreten, wenn mehrere dieser Zyklen gleichzeitig drehen – daher die Kombination von vier ROC-Fenstern.
- Verbreitung: Durch die Aufnahme in populäre Charting-Plattformen (u.a. TradingView, StockCharts, MetaStock) wurde der KST als eingebauter Standard-Indikator breit verfügbar.
Fazit zu Know Sure Thing (KST)
Der Know Sure Thing ist ein Momentum-Oszillator, der vier geglättete Rate-of-Change-Zyklen zu einem einzigen, gewichteten Signal verdichtet und dabei die längeren Zyklen bewusst stärker gewichtet. Seine Stärke liegt in der Kombination aus Robustheit und Vielseitigkeit. Seine Grenzen in der systembedingten Verzögerung und der fehlenden Eignung für Extremzonen.
Wer den KST einsetzt, sollte Signallinien- und Nulllinien-Kreuzungen im Kontext des übergeordneten Trends lesen und ihn mit weiterer Analyse kombinieren. Vertiefend empfiehlt sich Martin Prings Standardwerk „Technical Analysis Explained“, das Momentum-Indikatoren ausführlich behandelt.
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 12.10.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.




