Chande Momentum Oscillator (CMO) – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Chande Momentum Oscillator (CMO) ist ein Momentum-Oszillator, der die reine Kursdynamik eines Basiswerts misst, indem er Aufwärts- und Abwärtsbewegungen ins Verhältnis setzt. Er schwankt zwischen -100 und +100 und hilft dem Händler, überkaufte und überverkaufte Phasen, Trendstärke und mögliche Wendepunkte zu erkennen.
🔴Live-Webinar am 14.09.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 14.09.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Chande Momentum Oscillator im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Chande Momentum Oscillator | |
|---|---|
| Kategorie | Momentum |
| Darstellung | Oszillator (separates Panel unterhalb des Kurscharts) |
| Standardparameter | Periode: 9 (TradingView-Standard); häufig auch 14 oder 20 |
| Wertebereich | -100 bis +100 |
| Typische Zeitrahmen | Daily und Weekly; auch Intraday einsetzbar |
| Märkte | Aktien, Indizes, Forex, Futures, Kryptowährungen – universell einsetzbar |
| Entwickelt von | Tushar S. Chande (gemeinsam mit Stanley Kroll), 1994 |
Chande Momentum Oscillator – Signale und Interpretation
Der Chande Momentum Oszillator (CMO) liefert im Kern drei Arten von Signalen: Extremwerte (überkauft/überverkauft), Nulllinien-Durchgänge zur Bestimmung der Momentum-Richtung sowie Divergenzen zum Kurs. Der absolute Wert veranschaulicht zusätzlich die Trendstärke. Je weiter der Oszillator von der Nulllinie entfernt ist, desto ausgeprägter die Dynamik.
Kaufsignal
Fällt der CMO-Indikator unter -50 (überverkaufter Bereich) und dreht anschließend wieder nach oben, deutet das auf nachlassenden Verkaufsdruck und eine mögliche Erholung hin. Als Bestätigung dient häufig der Anstieg über die Nulllinie oder das Kreuzen einer als Signallinie genutzten 9-Perioden-Glättung von unten nach oben.
Verkaufssignal
Steigt der CMO-Indikator über +50 (überkaufter Bereich) und kippt danach wieder nach unten, signalisiert das nachlassendes Aufwärtsmomentum. Ein Rückfall unter die Nulllinie oder das Kreuzen der Signallinie von oben nach unten untermauert das Signal.
Neutraler Bereich
Zwischen -50 und +50 liegt der CMO-Indikator außerhalb der üblichen Extremzonen. Erst Werte um die Nulllinie zeigen an, dass sich die summierten Aufwärts- und Abwärtsbewegungen annähernd die Waage halten. In solchen Phasen können Nulllinien-Durchgänge oder ergänzende Indikatoren zur weiteren Einordnung herangezogen werden.
Divergenz
Bildet der Kurs ein neues Hoch, das der CMO-Indikator nicht mitgeht (bärische Divergenz), oder ein neues Tief ohne Bestätigung durch den Oszillator (bullische Divergenz), kann das eine Abschwächung des Trends und einen bevorstehenden Richtungswechsel andeuten.
Berechnung des Chande Momentum Oscillator-Indikators
Ausgangspunkt für die Berechnung des Chande Momentum Oszillators sind die Schlusskurse (Close) aufeinanderfolgender Perioden. Zunächst wird die Kursveränderung gegenüber der Vorperiode ermittelt und in Auf- und Abwärtsbewegungen aufgeteilt:
- Ist der Schlusskurs höher als der vorherige, fließt die Differenz als Aufwärtsbewegung ein.
- Ist er niedriger, geht der Betrag der Differenz als Abwärtsbewegung in die Rechnung ein. Beide werden anschließend über die gewählte Periodenanzahl (Standard: 9) summiert.
Schritt 1 – Kursveränderung je Periode:
Schritt 2 – Auf- und Abwärtsbewegungen trennen:
Schritt 3 – Summen über n Perioden (Su = Aufwärts, Sd = Abwärts):
Schritt 4 – Finaler Indikatorwert:
Ein positiver Wert bedeutet, dass die Aufwärtsbewegungen überwiegen, ein negativer Wert das Gegenteil. Je größer der Betrag, desto stärker der Trend. Gibt es im Betrachtungszeitraum keine Bewegung (Su + Sd = 0), ist der Wert nicht definiert und wird üblicherweise als 0 gesetzt.
Typische Chande Momentum Oscillator-Einstellungen
Der zentrale Parameter ist die Periode.
- Eine kurze Einstellung (z.B. 9) macht den Oszillator schnell und signalfreudig, erhöht aber das Rauschen und die Zahl der Fehlsignale.
- Eine längere Periode (14 oder 20) glättet den Verlauf, reduziert Fehlsignale in Seitwärtsphasen und eignet sich besser für übergeordnete Trends – auf Kosten der Reaktionsgeschwindigkeit.
Die Schwellen für überkauft/überverkauft liegen standardmäßig bei ±50. In stark trendenden Märkten werden mitunter engere Marken wie ±40 oder ±30 verwendet, um früher zu reagieren.
Beispiel: Chande Momentum Oscillator-Indikator im Chart
Der folgende Tageschart zeigt den S&P-500-Index mit dem CMO (Periode 9) in einem separaten Panel. Gut erkennbar sind die Vorstöße über +50 und unter -50 als Extremzonen sowie die Durchgänge durch die Nulllinie, die den Wechsel der Momentum-Richtung veranschaulichen.
Chande Momentum Oscillator-Indikator in TradingView erstellen
Der Chande Momentum Oscillator gehört in TradingView zu den fest integrierten Standard-Indikatoren und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert öffnen (z.B. SPX).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Chande Momentum Oscillator“ bzw. „CMO“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der CMO in einem separaten Panel unterhalb des Kurscharts hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Parameter (v.a. die Periode) sowie unter „Style“ Farbe und Darstellung anpassen.
Chande Momentum Oscillator-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Berücksichtigt Auf- und Abwärtsbewegungen gleichermaßen und liefert so ein ausgewogenes Momentum-Maß
- Reagiert sensibler und erreicht Extremwerte schneller als der RSI
- Fest begrenzte Skala von -100 bis +100 – leicht ablesbar und vergleichbar
- Der absolute Wert eignet sich zusätzlich als Maß für die Trendstärke
- Universell über Märkte und Zeitrahmen einsetzbar, auch gut für Marktscans
Schwächen
- Empfindlich gegenüber der Periodenwahl – kurze Einstellungen erzeugen viele Fehlsignale
- Fehlsignale (Whipsaws) in Seitwärtsphasen
- Kann in starken Trends lange überkauft/überverkauft bleiben und dort in die Irre führen
- Liefert keine Kurs- oder Preisziele
- Sollte nicht isoliert, sondern mit Bestätigung gehandelt werden
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der CMO entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Gleitende Durchschnitte (Moving Averages): dienen als übergeordneter Trendfilter – CMO-Signale werden bevorzugt in Trendrichtung gehandelt, was Fehlsignale in Gegenbewegungen reduziert.
- Average Directional Index (ADX): ordnet ein, ob überhaupt ein tragfähiger Trend vorliegt; das entscheidet, ob Extremwerte eher als Fortsetzung oder als Umkehr zu deuten sind.
- On-Balance-Volume (OBV): ergänzt die reine Kursdynamik um die Volumenseite und bestätigt, ob eine Bewegung von Handelsaktivität getragen wird.
- Price Action / Kerzenmuster: Umkehrformationen wie Pin Bars oder Engulfing-Kerzen an CMO-Extremen erhöhen die Trefferwahrscheinlichkeit eines Signals.
- Support/Resistance (ggf. + Fibonacci-Levels): Ein CMO-Signal an einer relevanten Preiszone ist deutlich belastbarer als im leeren Raum.
Hintergrund und Geschichte des Chande Momentum Oscillator-Indikators
- 1994: Tushar S. Chande stellt den CMO gemeinsam mit Stanley Kroll im Buch „The New Technical Trader“ vor (Kapitel zu neuen Momentum-Oszillatoren).
- 1990er: Chande entwickelt eine Reihe weiterer bekannter Indikatoren – darunter VIDYA, den Aroon-Indikator, den Dynamic Momentum Index und den Chande Kroll Stop.
- Folgejahre: Durch die Aufnahme in populäre Charting-Plattformen (u.a. TradingView, Fidelity, NinjaTrader) findet der CMO breite Verbreitung.
Fazit zu Chande Momentum Oscillator
Der Chande Momentum Oscillator ist ein vielseitiger Momentum-Oszillator, der durch die gleichgewichtige Betrachtung von Auf- und Abwärtsbewegungen ein ausgewogenes und zugleich reaktionsschnelles Bild der Kursdynamik zeichnet.
Für die praktische Anwendung empfiehlt sich die Kombination mit einem Trendfilter und Bestätigung durch Price Action, um Fehlsignale in Seitwärtsphasen zu begrenzen. Weiterführende Details finden sich in der Originalquelle von Tushar Chande und Stanley Kroll: „The New Technical Trader“ (Wiley, 1994).
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 14.09.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.




