Home Bias (Heimatmarktneigung) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Der Home Bias (deutsch: “Heimatmarktneigung”) bezieht sich auf die Tendenz von Anlegern, den Großteil ihres Portfolios in inländische Aktien zu investieren und dabei ausländische Aktien und Märkte zu meiden oder nur wenig zu gewichten. Das liegt in der Regel daran, dass diese Anleger ein hohes Sicherheitsbedürfnis bei der Wertpapierauswahl haben. Paradoxerweise kann sich das Verlustrisiko durch eine Heimatmarktneigung verstärken.

🔴 Live-Webinar am 03.10.2022 um 18:30 Uhr

Vermögensaufbau plus monatliches Einkommen an der Börse

Generiere ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen an der Börse, indem du ein klares Handelssystem mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen erlernst. Lerne Strategien kennen, die dir einen statistisch und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschaffen.

Siegel ZFU Langfristig orientierter Vermögensaufbau - auch in unsicheren Zeiten
Profitable Aktien- und Optionsstrategien für ein regelmäßiges Einkommen
In jeder Marktlage Geld verdienen

Was ist Home Bias? – Definition

Home Bias ist die Tendenz der Anleger zu sehr in inländische Aktien zu investieren, trotz der Vorteile einer Diversifikation in ausländische Aktien. Solche einseitigen Investitionen können das Risiko eines finanziellen Verlustes erhöhen.

Anleger mit einer Heimatmarktneigung sind in ihren Entscheidungen eher von Emotionen als von Objektivität angetrieben. Aus Angst vor Verlusten neigen dazu, sich an vertrauten Anlagen zu halten. Daher investieren sie vorzugsweise in bekannte Aktien. Das kann allerdings dazu führen, dass die Grundsätze der Risikostreuung missachtet werden. Das Phänomen des Home Bias ist an der Börse besonders stark vertreten, sodass hierbei auch von einem „Investor Bias“ gesprochen wird.

Home Bias ist einer von vielen kognitiven Verzerrungen (cognitive biases) beim Denken, Wahrnehmen, Erinnern und Urteilen. Kognitive Verzerrungen sind systematische Denkfehler bei der Beurteilung. Sie werden häufig in der Psychologie, Soziologie und Verhaltensökonomie (Behavioral Finance) untersucht.

Ursachen des Home Bias

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die einen Investor dazu veranlassen können, inländische Investitionen zu bevorzugen. Unter anderem zählen die folgenden Faktoren zu den prominentesten Hürden:

  • Größere Verfügbarkeit von inländischen Anlagen
    Je nach Land sind inländische Anlagen in einer größeren Anzahl und somit leichter für Privatanleger verfügbar. Das kann dazu führen, dass ausländische Investitionen nicht in Betracht gezogen werden.
  • Unvertrautheit mit ausländischen Märkten
    Gerade Privatanleger sind häufig unvertraut mit ausländischen Märkten, was darauf zurückzuführen ist, dass die alltäglichen Berührungspunkte häufig bewusster und häufiger mit heimischen Produkten und Dienstleistungen vorkommen, als mit ihren ausländischen Pendants.
  • Mangel an Transparenz
    Bewegt man sich fernab der großen westlichen Kapitalmärkte, kann es schnell zu einem Mangel an Transparenz kommen. Dieser schreckt vor allem Privatanleger oft davor ab, sich mit diesen Märkten zu beschäftigen.
  • Transaktionskosten
    Je nachdem, in welchen Markt man investieren möchte, können die Transaktionskosten häufig in die Höhe schnellen. Dieses Phänomen lässt sich vor allem auf schwer zugänglichen Märkten beobachten.
  • Höhere Eintrittsbarrieren auf ausländischen Märkten
    Einige ausländische Märkte haben solch hohe Eintrittsbarrieren für Privatanleger, dass es für solche ausschließlich über Spezialfonds oder Beteiligungsgesellschaften möglich ist, in diese Märkte zu investieren. Der damit verbundene Zusatzaufwand kann Privatanleger vor solchen Investitionen abschrecken.
  • Höhere Risiken im Zusammenhang mit internationalen Investitionen
    Internationale Investitionen können mit höheren Risiken einhergehen. Diese können unter anderem politische Risiken, Währungsrisiken sowie Wirtschaftsrisiken umfassen, welche als Privatanleger schwer einschätzbar sind.

Auswirkungen des Home Bias auf Investoren

Die Auswirkungen eines ausgeprägten Home Bias auf Investoren können sowohl ein erhöhtes Gesamtrisiko im Portfolio, als auch eine verminderte Renditechance umfassen. Obgleich das Sicherheitsgefühl von Privatanlegern bei Investitionen am inländischen Aktienmarkt deutlich größer ist als bei Investitionen im Ausland, kann die Vernachlässigung ausländischer Investitionen zu einem erhöhten Risiko des Gesamtportfolios führen.

Dieser Effekt ist darauf zurückzuführen, dass nicht alle Märkte stark miteinander korreliert sind. Das heißt, dass sich Marktentwicklungen länderspezifisch voneinander teils deutlich unterscheiden können. Fällt also der gesamte heimische Aktienmarkt, ist es möglich, durch länderspezifische Diversifikation das Gesamtportfolio zu glätten.

So sind einige Anleger der Auffassung, dass das systematische Risiko eines Portfolios durch eine länderübergreifende Allokation gesenkt werden kann, da die ausländischen Investitionen weniger wahrscheinlich von inländischen Marktveränderungen betroffen sind. Im Umkehrschluss sind die inländischen Investitionen ebenfalls weniger wahrscheinlich von ausländischen Marktveränderungen betroffen.

Aber auch auf der Ertragsseite des Portfolios kann der Home Bias zu einer Verringerung der Renditepotentiale des Portfolios führen. Dies lässt sich darin begründen, dass die Wirtschaft verschiedener Länder den Fokus auf verschiedene Branchen und Sektoren legt. Somit ist es nahezu ausgeschlossen, dass ein durchweg inländisches Portfolio an allen wirtschaftlichen und technologischen Fortschritten im entsprechenden Ausmaß partizipiert.

Beispiel für Home Bias an der Börse

Eine Studie von Charles Schwab über das Investitionsverhalten der Amerikaner bietet ein anschauliches Beispiel für das Auftreten des Home Bias. Nach Angaben von Charles Schwab investieren amerikanische Privatanleger durchschnittlich 85 % ihres Portfolios in inländische Aktien. US-Aktien an sich machen in etwa 60% des Weltmarktes aus. Somit investiert die untersuchte Gruppe gerade einmal 15% ihres Portfolios in 40% des Weltmarktes. Im Falle von deutschen oder europäischen Investoren würde dies bedeuten, dass der Großteil des Portfolios in weniger als 20% des Weltmarktes fließen würde.

Der Home Bias gilt allerdings nicht nur für Privatanleger. Tatsächlich zeigen einige professionelle US-Fondsmanager bei ihren Investitionsentscheidungen ähnliche Verhaltensmuster wie Privatanleger. Die Studie hat gezeigt, dass der durchschnittliche Fonds dazu neigt, Aktien aus den Heimatstaaten seiner Manager überzugewichten.

Ein wichtiger Punkt ist allerdings, dass die Forscher feststellten, dass die Verzerrung bei Managern mit weniger Erfahrung stärker ausgeprägt ist. Somit lässt sich schlussfolgern, dass Fondsmanager mit der Zeit lernen den Home Bias zu umgehen, um die Vorteile der internationalen Diversifikation zu nutzen.

Home Bias beim Investieren überwinden – 3 Tipps

Der Hang zum Home Bias kann durch die Anwendung einiger Tricks überwunden werden. Vor allem durch die gezielte Berücksichtigung von internationalen Märkten kann auf Portfolioebene die mögliche Rendite erhöht werden, während das Portfoliorisiko reduziert wird.

Tipp Nummer 1 – Systematisiertes Investieren

Die Systematisierung der eigenen Investitionen ist meistens die beste Möglichkeit, mit psychologischen Fallstricken umzugehen. Hierzu werden feste Regelwerke aufgestellt, nach welchen die eigenen Investitions- und Desinvestitionsentscheidungen getroffen werden. Im Falle des Home Bias können diese Regel beispielsweise klare Mindestquoten für internationale Investitionen beinhalten.

Der Hauptvorteil einer Integration von Regelwerken liegt darin, dass die Basis der Entscheidungen rational und fundamental begründbar ist. Auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Checklisten können Investoren ihre risikobereinigte Rendite gegenüber emotionsgetriebenen Anleger deutlich erhöhen.

Tipp Nummer 2 – Inkludieren von Investmentfonds und ETFs

Investmentfonds und ETFs bieten eine relativ einfache und teils kostengünstige Möglichkeit, internationale Anlagen in das Portfolio zu inkludieren, die ansonsten nur schwer zugänglich wären. Darüber hinaus erleichtern international ausgerichtete Finanzmedien und der freie Informationsfluss den Besitz und die Beobachtung ausländischer Aktien erheblich.

Die im Produkt vorhandene Diversifizierung verringert das Risiko durch die Aufteilung der Anlagen auf verschiedene geografische Regionen und Branchen. Sie zielt darauf ab, die Renditen zu maximieren, indem sie in verschiedene Bereiche investiert, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass ein Marktereignis einen schwächenden Effekt auf das gesamte Portfolio haben kann.

Tipp Nummer 3 – Nutzung von internationalen ETF-Sparplänen

Die Nutzung von Sparplänen kann dabei helfen, diverse psychologische Fallstricke gleichzeitig zu umgehen. Durch die Automatisierung der Anlagen müssen nur selten weitere Entscheidungen getroffen werden. Je weniger Entscheidungen tatsächlich getroffen werden müssen, desto geringer ist das Risiko, seine eigenen Entscheidungen auf Basis von Emotionen zu treffen.

Es gibt mittlerweile diverse ETFs, dessen Anlagen weltweit gestreut sind. Somit reichen typischerweise bereits wenige ETFs aus, um einen maximalen Diversifikationseffekt zu erzielen. Verwendet man gezielt geografisch möglichst breit gestreute ETFs als Basis des Sparplans, kann so der Home Bias einfach umgangen werden.

Kostenloses Webinar: Wie du attraktive Qualitätsaktien findest & ein monatliches Zusatzeinkommen generierst

Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 03.10.2022 um 18:30 Uhr, wie du in herausragende Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis investierst. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Mit dem staatlich geprüften Ausbildungsprogramm von DeltaValue ist der Einstieg schnell, zeitsparend und profitabel möglich. Klicke hier um zu erfahren wie auch du Vermögen an der Börse aufbauen kannst.

DeltaValue GmbH hat 4,70 von 5 Sternen | 21 Bewertungen auf ProvenExpert.com
Langfristiger Vermögensaufbau plus regelmäßige Einnahmen an der Börse Anonym