Eigenhandel – Definition & Erklärung

Autor: Maik Engelkamp

Eigenhandel (auch “Eigengeschäft”, englisch: “Proprietary Trading”) bezeichnet eine Geschäftspraxis, bei der Banken im eigenen Namen und auf eigene Rechnung mit Finanzinstrumenten wie Wertpapieren, Devisen oder Derivaten handeln. Ein Motiv dafür ist die Erzielung von Handelsgewinnen. Darüber hinaus ist das Praktizieren des Eigenhandels auch eine Voraussetzung, um als Market Maker auftreten zu können.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Eigenhandels sind im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) festgelegt. In diesem wird der Eigenhandel entweder als „Dienstleistung für andere“ oder als „keine Dienstleistung für andere“ eingestuft (§ 2 Abs. 8 WpHG). Außerdem gilt eine Bank, die regelmäßig Eigenhandel außerhalb organisierter Märkte und multilateraler Handelssysteme betreibt und dabei eigene Marktrisiken eingeht, als sogenannter systematischer Internalisierer.

Eigenhandel vs. Eigengeschäft

Im Bankenaufsichtsrecht bezieht sich der Eigenhandel auf bestimmte Tätigkeiten, die häufig den Charakter einer Dienstleistung für Dritte haben oder in einem systematischen Rahmen erfolgen, während Eigengeschäfte allgemein jede Art von Handelstätigkeit für eigene Rechnung umfasst, die nicht unter diese spezifischen Definitionen des Eigenhandels fällt.

Diese Tätigkeiten sind in § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 KWG definiert und umfassen:

  • Das kontinuierliche Anbieten des Kaufs und Verkaufs von Finanzinstrumenten zu selbst gestellten Preisen (Market Making).
  • Der häufig organisierte und systematische Handel außerhalb eines organisierten Marktes oder Systems (systematische Internalisierung).
  • Der Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung als Dienstleistung für andere.
  • Der Handel unter Verwendung hochfrequenter algorithmischer Handelstechniken (Hochfrequenzhandel).

Risikomanagement

Zur Steuerung und Begrenzung der Markt- und Liquiditätsrisiken im Eigenhandel bestehen häufig sogenannte Händlerlimite:

  • Overnight-Limit: Bestimmt die Anzahl an offenen Positionen, die über Nacht gehalten werden dürfen.
  • Intraday-Limit: Begrenzt das Kapital, das ein Trader an einem Tag maximal riskieren darf.
  • Quotierungslimit: Begrenzt das Handelsvolumen pro Transaktion.
  • Laufzeit-Mismatch-Limit: Zusätzliche Begrenzung einer Gesamtposition unter Berücksichtigung verschiedener Laufzeiten.

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