Volume Weighted Moving Average (VWMA) Indikator – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Volume Weighted Moving Average (VWMA) (deutsch: volumengewichteter gleitender Durchschnitt) ist ein Trendindikator, der den gewählten Kurswert jeder Periode (z. B. den Schlusskurs) mit dem jeweiligen Handelsvolumen gewichtet. Kurswerte aus volumenstarken Perioden beeinflussen die Linie somit stärker. Dadurch kann der VWMA Hinweise darauf geben, ob höhere oder niedrigere Schlusskurse innerhalb des Berechnungsfensters mit einem relativ hohen Volumen verbunden waren.
🔴Live-Webinar am 24.08.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 24.08.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Volume Weighted Moving Average im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Volume Weighted Moving Average (VWMA) | |
|---|---|
| Kategorie | Trend |
| Darstellung | Direkt auf dem Preischart (Overlay) |
| Standardparameter | Periode: 20; Datenquelle: Schlusskurs (Close) |
| Wertebereich | Unbegrenzt – der Indikatorwert wird in Kurseinheiten des Basiswerts ausgedrückt |
| Typische Zeitrahmen | Intraday (5 Min – 4 Std), Daily, Weekly |
| Märkte | Aktien, Indizes, Futures, ETFs, Kryptowährungen – überall dort, wo belastbare Volumendaten vorliegen |
| Entwickelt von | Volumengewichtete Durchschnitte gehen wesentlich auf Buff Dormeier (CMT) zurück, der das Konzept in den 1990er-Jahren aufgriff und 2007 zur Grundlage seines Volume Price Confirmation Indicator (VPCI) machte |
VWMA-Signale und Interpretation
Der VWMA liefert, wie andere gleitende Durchschnitte, Hinweise aus der Lage des Kurses zur Durchschnittslinie, aus deren Steigung sowie aus Kreuzungen verschiedener Durchschnittslinien. Seine Besonderheit zeigt sich insbesondere im Vergleich mit einem gleich langen Simple Moving Average (SMA).
Da beide Durchschnitte denselben Kurswert und denselben Berechnungszeitraum verwenden, entsteht der Abstand ausschließlich durch die Volumengewichtung. Er stellt dar, ob höhere oder niedrigere Kurswerte innerhalb des betrachteten Fensters relativ stärker mit Volumen gewichtet wurden.
Kaufsignal
Liegt der VWMA über dem SMA derselben Periode, wurden höhere Kurswerte innerhalb des Berechnungsfensters insgesamt stärker durch Volumen gewichtet als niedrigere Kurswerte. In einem bereits bestehenden Aufwärtstrend kann dies als zusätzliche Volumenbestätigung interpretiert werden.
Ein bloßes Kreuzen von VWMA und SMA ist kein belastbares Kaufsignal. Der Abstand kann beispielsweise auch durch eine einzelne Periode mit ungewöhnlich hohem Volumen entstehen. Aussagekräftiger ist eine Kombination aus zunehmendem Abstand, steigender Durchschnittslinie und einer bestätigten Aufwärtsbewegung des Kurses.
Verkaufssignal
Liegt der VWMA unter dem gleich langen SMA, verschiebt die Volumengewichtung den Durchschnitt in Richtung der niedrigeren Kurswerte. In einem bereits bestehenden Abwärtstrend kann dies als bärische Volumenbestätigung interpretiert werden. Daraus lässt sich jedoch nicht unmittelbar auf Verkaufsdruck schließen, da der VWMA das gesamte gehandelte Volumen verwendet und nicht zwischen Käufer- und Verkäuferaktivität unterscheidet.
Wichtig: In langanhaltenden Aufwärtstrends verläuft der VWMA häufig dauerhaft unterhalb des gleich langen SMA. Ein unter dem SMA liegender VWMA ist daher nicht immer bärisch zu deuten, sondern kann in diesen Märkten eine strukturelle Grundtendenz darstellen. Entscheidend bleibt die Veränderung des Abstands im Zeitverlauf.
Neutraler Bereich
Verlaufen VWMA und SMA nahezu deckungsgleich, unterscheiden sich der volumengewichtete und der ungewichtete Durchschnitt im betrachteten Fenster nur geringfügig. Das bedeutet nicht, dass das Volumen gleichmäßig verteilt war oder überhaupt keine Beziehung zwischen Kurs und Volumen bestand. Positive und negative Gewichtungseffekte können sich gegenseitig ausgleichen.
Die Steigung der Linien ist davon getrennt zu beurteilen. Nahezu flache Durchschnittslinien weisen auf eine geringe Trendrichtung im betrachteten Zeitraum hin. In solchen Seitwärtsphasen können Kreuzungen von Kurs und Durchschnitt sowie Kreuzungen der beiden Durchschnittslinien häufig wechselnde oder widersprüchliche Signale erzeugen. Eine Bestätigung durch Price Action oder eine Ausbruchsbewegung ist daher ratsam.
Divergenz zwischen Kurs und VWMA
Markiert der Kurs neue Hochs, während der VWMA hinter dem SMA zurückbleibt oder sich der Abstand zwischen beiden Linien zunehmend zugunsten des SMA verändert, erhielten die höheren Kurswerte im betrachteten Fenster eine vergleichsweise geringe Volumengewichtung. Dies kann als Hinweis auf eine nachlassende Volumenbestätigung verstanden werden, beweist jedoch keine bevorstehende Trendwende.
Schiebt sich der VWMA während einer Abwärtsbewegung über den SMA, bedeutet dies zunächst nur, dass die relativ höheren Kurswerte innerhalb des Berechnungsfensters stärker durch Volumen gewichtet wurden. Eine beginnende Akkumulation lässt sich daraus allein nicht ableiten.
Berechnung des VWMA-Indikators
Die Berechnung des VWMA-Indikators erfolgt in mehreren Schritten. Ausgangspunkt sind die Schlusskurse (Close) und das Handelsvolumen aufeinanderfolgender Perioden. Zunächst wird für jede Periode das Produkt aus Kurs und Volumen gebildet:
- Perioden mit hohem Volumen erhalten ein größeres Gewicht und ziehen den Durchschnitt stärker zu ihrem Kursniveau.
- Anschließend werden Kurs-Volumen-Produkte und Volumina über die gewählte Periodenanzahl (Standard: N = 20) summiert und ins Verhältnis gesetzt.
Schritt 1 – Kurs-Volumen-Produkt je Periode:
VWMA-Berechnungsbeispiel mit konkreten Zahlen
Das folgende Beispiel zeigt die Berechnung eines 5-Perioden-VWMA. Als Datenquelle dient der Schlusskurs. Die Werte sind frei gewählt und dienen ausschließlich dazu, den Einfluss der Volumengewichtung zu veranschaulichen.
| Periode | Schlusskurs P | Volumen V | Kurs × Volumen |
|---|---|---|---|
| 1 | 100,00 | 1.000 | 100.000 |
| 2 | 102,00 | 500 | 51.000 |
| 3 | 101,00 | 1.500 | 151.500 |
| 4 | 105,00 | 3.000 | 315.000 |
| 5 | 104,00 | 1.000 | 104.000 |
| Summe | – | 7.000 | 721.500 |
Berechnung des VWMA:
Berechnung des SMA derselben Periode:
Der VWMA liegt in diesem Beispiel mit 103,07 über dem SMA von 102,40. Der wesentliche Grund ist die vierte Periode: Ihr Schlusskurs von 105 erhält aufgrund des mit Abstand höchsten Volumens das größte Gewicht. Der VWMA wird deshalb stärker in Richtung dieses Kurswerts gezogen.
Das Ergebnis bedeutet nicht, dass innerhalb der vierten Periode ausschließlich gekauft wurde. Der VWMA verwendet das gesamte Periodenvolumen als Gewicht und unterscheidet nicht zwischen Käufer- und Verkäuferinitiative.
Typische VWMA-Einstellungen
Der einzige zentrale Parameter ist die Periodenlänge.
- Kurze Perioden (10–20) reagieren schnell auf Volumenspitzen und eignen sich für Intraday- und Swing-Ansätze, erzeugen in Seitwärtsphasen aber vermehrt Fehlsignale.
- Längere Perioden (50–200) glätten stärker, liefern robustere Trendaussagen und dienen als übergeordneter Filter, laufen dem Kurs jedoch deutlicher hinterher.
Verbreitet ist die Kombination eines schnellen mit einem langsamen VWMA (z. B. 20/50) für Kreuzungssignale sowie das Paar VWMA/SMA gleicher Länge, um Volumenbestätigung zu prüfen. Als Datenquelle dient standardmäßig der Schlusskurs. Alternativ lassen sich typische Preise wie (High+Low+Close)/3 verwenden.
Beispiel: VWMA-Indikator im Chart
Der folgende Chart zeigt den S&P-500-Index (Cash) mit einem 20-Perioden-VWMA direkt im Kurschart. Die Periodenlänge kann über die Einstellungen des Indikators angepasst werden (z. B. auf 50). Über den Menüpunkt „Indikator hinzufügen“ kann außerdem beispielsweise eine SMA-Linie ergänzt werden.
VWMA-Indikator in TradingView erstellen
Der Volume Weighted Moving Average gehört in TradingView zu den fest integrierten Standard-Indikatoren und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert öffnen (z. B. SPX).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Volume Weighted Moving Average“ bzw. „VWMA“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der VWMA direkt auf dem Kurschart als Overlay hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Parameter (Periodenlänge, Datenquelle) sowie unter „Style“ Farbe und Linienstärke anpassen. Für den Vergleich empfiehlt sich das zusätzliche Hinzufügen eines SMA mit identischer Periode.
VWMA-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Bezieht als einer der wenigen Durchschnitte die Marktbeteiligung direkt in die Berechnung ein
- Der Vergleich mit dem SMA stellt dar, ob ein Trend durch Volumen bestätigt oder widerlegt wird
- Kann gegenüber dem SMA schneller reagieren, wenn jüngere Kurswerte mit hohem Volumen gewichtet werden; liegt besonders hohes Volumen auf älteren Perioden des Berechnungsfensters, kann der VWMA dagegen träger reagieren
- Einfach zu berechnen, in nahezu allen Charting-Plattformen verfügbar und auf sämtliche Zeitrahmen anwendbar
- Dient in Trendphasen als dynamische Unterstützung bzw. dynamischer Widerstand
Schwächen
- Nachlaufend – wie jeder gleitende Durchschnitt reagiert er erst nach der Kursbewegung
- Anfällig für einzelne Volumenspitzen (z. B. Verfallstage, Index-Umstellungen, Earnings), die den Durchschnitt verzerren können
- Unbrauchbar bei fehlenden oder unzuverlässigen Volumendaten (z. B. Forex-Spot)
- Fehlsignale in Seitwärtsphasen (Whipsaws)
- Liefert keine Preisziele und keine Aussage über die Reichweite einer Bewegung
VWMA vs. VWAP
Der Volume Weighted Moving Average (VWMA) und der Volume Weighted Average Price (VWAP) werden wegen ihrer ähnlichen Namen häufig verwechselt, obwohl es sich um unterschiedlich konstruierte und unterschiedlich eingesetzte Indikatoren handelt.
- Der VWMA ist ein gleitender Durchschnitt mit einem festen Berechnungsfenster von N Perioden. Die Berechnung ist damit fortlaufend und über einzelne Handelstage hinweg durchgängig.
- Der VWAP ist streng genommen kein gleitender Durchschnitt, sondern ein kumulativer Referenzpreis. Er beginnt seine Berechnung zum Start jeder Handelssitzung und setzt sich zu Beginn jeder neuen Session zurück.
Daraus ergeben sich unterschiedliche Einsatzbereiche: Der VWMA folgt dem Kurs enger und dient primär der Trendanalyse und Volumenbestätigung über verschiedene Zeitrahmen hinweg. Der VWAP wird dagegen vor allem intraday genutzt und dient institutionellen Händlern als Benchmark. Beide Indikatoren sind somit nicht austauschbar, sondern ergänzen sich je nach Fragestellung.
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der VWMA entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Simple Moving Average (SMA): Der direkte Vergleich beider Linien gleicher Periode ist die naheliegendste Kombination – die Differenz misst exakt den Volumeneinfluss und dient als Bestätigungsfilter für jedes Trendsignal.
- On Balance Volume (OBV): Ordnet das gesamte Periodenvolumen abhängig von der Veränderung des Schlusskurses der positiven oder negativen Seite zu. Der OBV kann damit eine zusätzliche richtungsbezogene Volumenperspektive liefern, misst jedoch weder tatsächliches Netto-Kaufinteresse noch die Aufteilung des Volumens nach Käufer- und Verkäuferinitiative.
- Relative Strength Index (RSI): Liefert die Momentum-Perspektive. Ein VWMA-Kreuzungssignal in Verbindung mit einer RSI-Divergenz erhöht die Aussagekraft deutlich.
- Average True Range (ATR): Bemisst die Volatilität und dient dazu, Stopps unterhalb des VWMA volatilitätsgerecht zu platzieren.
- Price Action / Kerzenmuster: Bestätigungskerzen wie Engulfing- oder Pin-Bar-Formationen am VWMA erhöhen die Trefferquote von Pullback-Einstiegen.
- Support/Resistance und Volume Profile: Fällt der VWMA mit einer volumenstarken Preiszone (High Volume Node) zusammen, gewinnt die Zone als Unterstützung oder Widerstand zusätzliches Gewicht.
Hintergrund und Geschichte des VWMA-Indikators
- 1990er-Jahre: Buff Dormeier, CMT, greift den Gedanken auf, gleitende Durchschnitte mit dem Handelsvolumen zu gewichten, und stellt das Konzept des volumengewichteten Durchschnitts in seinem CMT-Paper vor.
- 2005–2007: Dormeier baut auf dem VWMA den Volume Price Confirmation Indicator (VPCI) auf, der die Differenz zwischen VWMA und SMA auswertet. Seine Arbeit „Price & Volume: Digging Deeper“ wird 2007 mit dem Charles H. Dow Award ausgezeichnet und im Magazin Technical Analysis of Stocks & Commodities veröffentlicht.
- Ab 2010er-Jahre: Der VWMA findet als Standardfunktion Eingang in gängige Charting-Plattformen (u. a. TradingView mit der Funktion ta.vwma()) und wird dadurch breit adaptiert – heute vor allem im Aktien-, Futures- und Krypto-Handel.
Fazit zum VWMA
Der Volume Weighted Moving Average verbindet zwei der grundlegendsten Marktinformationen – Preis und Volumen – in einer einzigen Linie. Er ersetzt keinen klassischen gleitenden Durchschnitt, sondern ergänzt ihn: Erst der Vergleich von VWMA und SMA zeigt, ob eine Trendbewegung von echter Marktbeteiligung getragen wird.
Als Bestätigungs- und Filterindikator ist er damit besonders für Händler interessant, die Ausbrüche und Trendfortsetzungen auf ihre Substanz prüfen wollen. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die konzeptionellen Grundlagen bei Buff Dormeier, „Investing with Volume Analysis“ (FT Press, 2011), sowie in dessen Dow-Award-Arbeit „Price & Volume: Digging Deeper“ (2007).
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 24.08.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.




