Performance-Indikator – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Performance-Indikator stellt die prozentuale Kursveränderung eines oder mehrerer Symbole über mehrere Zeiträume in Form einer farbcodierten Heatmap-Tabelle dar. Damit ermöglicht er eine schnelle Performance- und Vergleichsanalyse: Auf einen Blick lässt sich erkennen, welche Werte über die gewählten Perioden höhere oder niedrigere Renditen aufweisen. Für den Händler ist das vor allem bei der Beobachtung von Watchlists, Sektoren und Rotationen nützlich.
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Performance im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Performance | |
|---|---|
| Kategorie | Performance |
| Darstellung | Heatmap-Tabelle in einem separaten Panel |
| Standardparameter | Chartsymbol einbeziehen, Symbolliste, Zeitrahmenliste (Standard: 1W, 1M, 3M, 6M, 12M, YTD, 5Y), positive und negative Farbe, Farb-Intensitäts-Cutoff sowie Tabellenposition, -breite und -höhe |
| Wertebereich | Prozentwerte. Bei nicht-negativen Kursen liegt die Untergrenze bei −100 %, nach oben ist der Wert offen. |
| Typische Zeitrahmen | Tagen, Wochen, Monaten, Jahren sowie YTD |
| Märkte | Aktien, Forex, Futures, Kryptowährungen – alle auf TradingView verfügbaren Symbole |
| Entwickelt von | TradingView |
Performance – Signale und Interpretation
Der Performance-Indikator zeigt zunächst die prozentuale Kursveränderung eines Symbols gegenüber dem zugehörigen Ankerkurs. Grüne bzw. positive Zellen stehen für einen Kursanstieg, rote bzw. negative Zellen für einen Kursrückgang. Die Farbintensität steigt bis zum eingestellten Cutoff mit dem Betrag der Veränderung.

Welcher Performance-Indikator ist hier gemeint?
Der Begriff „Performance-Indikator“ ist nicht plattformübergreifend einheitlich definiert. Dieser Artikel behandelt ausschließlich den in TradingView fest eingebauten Indikator Performance. Er stellt die prozentuale Kursveränderung mehrerer Symbole und Rückschauzeiträume in einer Heatmap-Tabelle gegenüber.
Andere Plattformen und Analyseprogramme können unter „Performance Indicator“ anders aufgebaute Indikatoren verstehen – beispielsweise eine normalisierte Performance-Linie, die die Kursveränderung seit einem festen Startpunkt darstellt. Solche Varianten sind nicht mit der hier beschriebenen TradingView-Berechnung gleichzusetzen.
Relative Stärke (bullisches Bild)
Positive Werte bedeuten, dass der aktuelle Preis über dem Schlusskurs des jeweiligen Ankerbars liegt. Sind mehrere Zeiträume positiv, notiert der aktuelle Preis entsprechend über mehreren dieser historischen Referenzkurse. Eine Outperformance gegenüber einer Benchmark liegt jedoch erst dann vor, wenn der Performance-Wert für denselben Zeitraum höher ist als der entsprechende Benchmark-Wert.
Relative Schwäche (bärisches Bild)
Negative Werte bedeuten, dass der aktuelle Preis unter dem Schlusskurs des jeweiligen Ankerbars liegt. Auch ein negativer Wert kann relativ besser sein als eine Benchmark – beispielsweise dann, wenn das Symbol weniger stark gefallen ist.
Uneinheitliches Bild
Gemischte Vorzeichen oder Werte nahe null zeigen lediglich, dass der aktuelle Preis gegenüber den verschiedenen Ankerkursen unterschiedlich liegt. Daraus lässt sich keine Seitwärtsphase ableiten, da der Performance-Wert den Kursverlauf zwischen Anker- und aktuellem Zeitpunkt nicht berücksichtigt.
Vergleich der Zeithorizonte
Drehen kurze Perioden wie 1W oder 1M ins Positive, während längere Zeiträume noch negativ sind, hat sich die jüngere Performance gegenüber den kurzfristigeren Ankerkursen verbessert. Umgekehrt können negative Kurzfristwerte bei weiterhin positiver Langfrist-Performance auf eine jüngere Abschwächung hinweisen.
Berechnung des Performance-Indikators
Zur Berechnung des Performance-Indikators werden die Tagesdaten der gewählten Symbole verwendet. Für jede Kombination aus Symbol und Zeitraum wird zunächst eine Ankerzeit bestimmt, die von der Eröffnungszeit des jüngsten Tagesbars ausgeht.
- Bei tage- oder wochenbasierten Zeiträumen wird die entsprechende Anzahl an 24-Stunden- bzw. 7-Tage-Perioden von der Eröffnungszeit des jüngsten Tagesbars abgezogen.
- Bei monats- oder jahresbasierten Zeiträumen wird kalenderbasiert um die entsprechende Anzahl Monate oder Jahre zurückgegangen. Tag und Uhrzeit bleiben soweit möglich gleich; das resultierende Datum wird nötigenfalls angepasst.
- Für „YTD“ (Year to Date) ist die Ankerzeit Mitternacht des 1. Januar des Jahres, in dem der jüngste Tagesbar eröffnet.
Schritt 1 – Ankerzeit je Zeitraum:
Schritt 2 – Ankerbar und Vergangenheitskurs:
Schritt 3 – Performance-Wert:
Schritt 4 – Beispielrechnung (1M):
Der Ankerbar ist der Tagesbar, der exakt zur berechneten Ankerzeit eröffnet – oder, falls es keinen exakten Treffer gibt, der jüngste davor eröffnete Bar. CurrentValue ist der aktuelle Kurs, PastValue der Schlusskurs des Ankerbars.
Wie kann man prüfen, welcher Ankerbar verwendet wird?
Welcher Tagesbar tatsächlich als Referenz für einen Performance-Wert verwendet wurde, lässt sich direkt in TradingView prüfen. Dazu den Mauszeiger über die entsprechende Zelle der Performance-Tabelle bewegen. Der Tooltip zeigt das Datum des verwendeten Ankerbars an.
Das ist besonders bei Wochenenden, Feiertagen oder fehlenden Handelstagen hilfreich, da TradingView bei einem fehlenden Bar zum errechneten Ankerzeitpunkt den jüngsten davor verfügbaren Tagesbar verwendet.
Typische Performance-Einstellungen
Die zentralen Parameter sind die Symbolliste und die Zeitrahmenliste, jeweils als kommagetrennte Eingabe.
- In der Symbolliste lassen sich beliebige Ticker mit oder ohne Börsenpräfix hinterlegen (z. B. „NASDAQ:AAPL“ oder nur „AAPL“). Die Option Chart-Symbol einbeziehen ergänzt automatisch den aktuell geöffneten Wert.
- Über die Zeitrahmenliste werden die Rückschau-Perioden festgelegt – mit den Einheiten D (Tage), W (Wochen), M (Monate), Y (Jahre) und YTD, jeweils mit optionalem Multiplikator wie „3D“ oder „5Y“. Kurze Perioden bilden die jüngere Punkt-zu-Punkt-Performance ab, längere Perioden die Entwicklung gegenüber weiter zurückliegenden Ankerkursen.
- Mit dem Farb-Intensitäts-Cutoff wird der Prozentwert festgelegt, ab dem eine Zelle die maximale Farbdeckung erreicht: Ein niedriger Cutoff lässt bereits kleine Bewegungen kräftig hervortreten, ein hoher reserviert die volle Farbe für große Ausschläge. Positionierung, Breite und Höhe der Tabelle sind rein optisch anpassbar.
Tipp zur Symbolliste
Wird ein Ticker ohne Börsenpräfix eingegeben, wählt TradingView automatisch die populärste verfügbare Börse für dieses Symbol aus. Bei mehrdeutigen Tickern und für reproduzierbare Vergleiche ist deshalb die vollständige Ticker-ID wie „NASDAQ:AAPL“ oder „XETR:…“ vorzuziehen.
So lässt sich vermeiden, dass versehentlich ein gleichnamiges Symbol eines anderen Handelsplatzes in die Tabelle einfließt.
Beispiel: Performance-Indikator im Chart
Der folgende Tageschart zeigt den S&P-500-Index (Cash) mit dem Performance-Indikator in einem separaten Panel. Neben dem S&P-500 selbst sind einige Vergleichswerte hinterlegt (z. B. Apple und Amazon). Die Werte lassen sich über die Einstellungen des Indikators anpassen.
Performance-Indikator in TradingView erstellen
Der Performance-Indikator gehört in TradingView zu den fest integrierten Standard-Indikatoren und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert öffnen (z. B. SP:SPX).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Performance“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der Performance-Indikator als Heatmap-Tabelle in einem separaten Panel unterhalb des Kurscharts hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Symbol- und Zeitrahmenliste, die Farben sowie der Intensitäts-Cutoff anpassen; unter „Style“ die weitere Darstellung.
Performance-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Vergleicht mehrere Symbole über mehrere Zeiträume auf einen Blick
- Heatmap-Farbgebung stellt Vorzeichen und Größenordnung der Performance-Werte schnell lesbar dar
- Symbol- und Zeitrahmenliste frei konfigurierbar
- Über alle Anlageklassen hinweg einsetzbar – ideal für Watchlists und Sektor-Rotation
Schwächen
- Kein Timing- oder Einstiegssignal – rein beschreibend und rückblickend
- Intraday-spezifische Ankerzeiträume wie 1H oder 4H sind in der Zeitrahmenliste nicht vorgesehen
- Zeigt nur die Veränderung von Start- zu Endpunkt, nicht den Verlauf oder Drawdown innerhalb der Periode
- Prozentvergleich ohne Volatilitäts- oder Risikokontext kann bei sehr unterschiedlich schwankenden Werten irreführen
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der Performance-Indikator entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Relative Strength / Relative Rotation: Ergänzen den Vergleich um eine ausdrückliche Benchmark-Betrachtung und Rotationsanalyse und bestätigen so das Bild der Heatmap.
- Gleitende Durchschnitte (Moving Averages): Ordnen die abgelesene Stärke in den übergeordneten Trend ein.
- Momentum-Oszillatoren (RSI, ROC): Ordnen das Momentum bzw. die Veränderungsrate des jeweiligen Symbols ein.
- Price Action / Kerzenmuster: Liefern das konkrete Einstiegs-Timing, das der Performance-Indikator selbst nicht bietet.
- Support/Resistance: Setzen die relative Stärke in den Kontext relevanter Preiszonen und Ausbruchsniveaus.
Performance-Indikator, Screener und Heatmap im Vergleich
TradingView verwendet den Begriff „Performance“ an mehreren Stellen. Die Funktionen ähneln sich optisch teilweise, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben und verwenden nicht zwingend dieselbe Berechnung.
| TradingView-Funktion | Wofür sie gedacht ist | Wichtiger Unterschied |
|---|---|---|
| Performance-Indikator | Vergleich ausgewählter Symbole über frei definierbare Rückschauzeiträume direkt im Chart | Heatmap-Tabelle aus Symbolen und Zeiträumen; verwendet die dokumentierte Ankerzeit- und Ankerbar-Logik des eingebauten Indikators |
| Screener-Performance | Filtern und Sortieren größerer Märkte nach Performance-Kennzahlen | Verwendet eine eigene Screener-Berechnung mit dem Eröffnungskurs eines zurückliegenden Tagesbars als Referenz und kann deshalb andere Werte liefern |
| Stock-, ETF- und Crypto-Heatmaps | Visuelle Gesamtübersicht über größere Marktgruppen | Die Zellgröße kann eine zusätzliche Kennzahl wie Marktkapitalisierung oder Volumen darstellen; die Zellfarbe kann unter anderem nach Performance eingefärbt werden |
| Advanced Watchlist | Performance einer größeren persönlichen Symbolauswahl tabellarisch beobachten und gruppieren | Bietet feste Performance-Spalten wie 1W, 1M, 3M, YTD, 1Y und 5Y sowie Gruppierungen beispielsweise nach Sektor oder Börse |
| Strategy Report / Performance Summary | Auswertung einer getesteten Handelsstrategie | Bezieht sich auf Strategiekennzahlen wie Nettogewinn und maximalen Drawdown und nicht auf den hier behandelten Performance-Indikator |
Hintergrund und Geschichte des Performance-Indikators
- Grundkonzept: Der Performance-Indikator berechnet für jedes Symbol Punkt-zu-Punkt-Renditen über verschiedene Rückschauperioden. Davon zu unterscheiden ist die klassische Relative-Stärke-Analyse, bei der nach der etablierten technischen Analyse ein Wertpapier bzw. Markt mit einer Benchmark verglichen wird.
- TradingView-Vorläufer: Am 25. Mai 2021 veröffentlichte TradingView ein Pine-v4-Beispiel einer Performance-Tabelle, das ausdrücklich von der „Performance“-Sektion der Seitenleiste inspiriert war. Diese frühe Variante verwendete unter anderem feste Anzahlen von Tagesbars für 1W, 1M, 3M, 6M und 1Y.
- Heutiger eingebauter Indikator: Spätestens mit der Veröffentlichung von Pine Script v6 am 10. Dezember 2024 dokumentierte TradingView „Performance“ als eingebauten Indikator mit dynamischen Datenabfragen für kommagetrennte Symbol- und Zeitrahmenlisten.
Fazit zu Performance
Der Performance-Indikator ist ein Performance- und Vergleichsindikator: Er stellt in einer farbcodierten Tabelle dar, wie stark sich einzelne Symbole gegenüber ihren jeweiligen historischen Ankerkursen verändert haben. Durch den Vergleich mehrerer Zeilen lässt sich zusätzlich erkennen, welches Symbol oder welche Benchmark über denselben Zeitraum besser oder schlechter abgeschnitten hat.
Sein Nutzen liegt in der schnellen Beurteilung von Watchlists, Sektoren und möglichen Rotationen – für Trendverlauf und konkretes Timing sind ergänzende Analysen erforderlich. Die technischen Details zu Formel, Ankerbar-Logik und Parametern sind im TradingView Help Center unter „Performance“ dokumentiert.
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