Money Flow Index (MFI) Indikator – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Money Flow Index (MFI) ist ein volumengewichteter Momentum-Oszillator, der Kurs- und Volumendaten kombiniert, um den Kauf- und Verkaufsdruck eines Basiswerts abzuschätzen. Er hilft dem Händler, überkaufte und überverkaufte Zustände zu erkennen und einzuordnen, wie das ausgewiesene Handelsvolumen mit einer Kursbewegung zusammenfällt. Wegen seiner Verwandtschaft zum RSI wird der MFI häufig als „volumengewichteter RSI“ bezeichnet.
🔴Live-Webinar am 26.10.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 26.10.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Money Flow Index im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Money Flow Index (MFI) | |
|---|---|
| Kategorie | Momentum |
| Darstellung | Oszillator in separatem Panel unterhalb des Kurscharts |
| Standardparameter | Periode: 14 |
| Wertebereich | 0–100 (überkauft > 80, überverkauft < 20) |
| Typische Zeitrahmen | Vorwiegend Daily, ebenso Intraday und Weekly |
| Märkte | Aktien, Futures, Kryptowährungen sowie Indizes mit einer klar definierten Volumenserie – überall dort, wo geeignete und nachvollziehbare Volumendaten vorliegen |
| Entwickelt von | Gene Quong und Avrum Soudack (spätes 1980er / frühes 1990er Jahrzehnt) |
Money Flow Index – Signale und Interpretation
Der MFI-Indikator liefert im Kern drei Signalarten: überkaufte/überverkaufte Extreme, Divergenzen zum Kursverlauf und sogenannte Failure Swings.
Kaufsignal
Fällt der MFI-Indikator in einen für den jeweiligen Basiswert historisch niedrigen bzw. überverkauften Bereich und dreht anschließend wieder nach oben, kann dies auf nachlassenden Verkaufsdruck und eine mögliche Aufwärtsbewegung hindeuten. Besonders niedrige Werte, beispielsweise im Bereich von 10 oder darunter, gelten allgemein als ausgeprägtes Extrem, treten jedoch nicht bei allen Basiswerten regelmäßig auf.
Verkaufssignal
Steigt der MFI in einen für den jeweiligen Basiswert historisch hohen bzw. überkauften Bereich und kippt anschließend wieder nach unten, kann dies nachlassenden Kaufdruck und ein erhöhtes Rückschlagrisiko signalisieren. Werte im Bereich von 90 oder darüber stellen typischerweise ein besonders ausgeprägtes Extrem dar.
Neutraler Bereich
Zwischen den jeweiligen Extrembereichen liefert der MFI-Indikator keine eindeutigen Überkauft- oder Überverkauft-Signale. Ein Wert um 50 steht grundsätzlich für ein vergleichsweise ausgeglichenes Verhältnis zwischen Kauf- und Verkaufsdruck. In starken Trends kann der Indikator zudem über längere Zeit auf erhöhtem oder niedrigem Niveau verbleiben. Hier empfiehlt sich das Abwarten einer zusätzlichen Bestätigung.
Divergenz
Bildet der Kurs ein neues Hoch, während der MFI-Indikator ein tieferes Hoch ausbildet (bärische Divergenz), oder markiert der Kurs ein neues Tief bei gleichzeitig höherem MFI-Tief (bullische Divergenz), kann dies eine bevorstehende Trendwende ankündigen. Da der MFI das Volumen berücksichtigt, können solche Divergenzen zusätzliche Hinweise auf eine nachlassende Stärke der Kursbewegung liefern.
Failure Swing
Ein Failure Swing ist ein Umkehrmuster, das ausschließlich aus dem Verlauf des MFI abgeleitet wird und keine entsprechende Formation im Kurs voraussetzt. Entscheidend ist dabei weniger ein bestimmter fixer Schwellenwert als das Verhalten des MFI in einem zuvor erreichten Extrembereich. Der Indikator verlässt diesen Bereich, erreicht ihn bei der nächsten Bewegung nicht erneut und durchbricht anschließend ein vorheriges Zwischenhoch beziehungsweise Zwischentief.
Bullischer Failure Swing:
- Der MFI fällt zunächst in einen historisch niedrigen beziehungsweise überverkauften Bereich, beispielsweise unter den klassischen Orientierungswert von 20.
- Anschließend verlässt er diesen Extrembereich wieder nach oben.
- Bei einem erneuten Rückgang erreicht der MFI den vorherigen Extrembereich nicht mehr und bildet ein höheres Tief.
- Steigt der MFI danach über sein vorheriges Zwischenhoch, ist der bullische Failure Swing vollständig.
Bärischer Failure Swing:
- Der MFI steigt zunächst in einen historisch hohen beziehungsweise überkauften Bereich, beispielsweise über den klassischen Orientierungswert von 80.
- Anschließend verlässt er diesen Extrembereich wieder nach unten.
- Bei einer erneuten Erholung erreicht der MFI den vorherigen Extrembereich nicht mehr und bildet ein tieferes Hoch.
- Fällt der MFI danach unter sein vorheriges Zwischentief, ist der bärische Failure Swing vollständig.
Berechnung des Money-Flow-Index-Indikators
Ausgangspunkt für die Berechnung des Money Flow Index (MFI) sind High, Low, Close und Volumen aufeinanderfolgender Perioden. Zunächst wird für jede Periode ein typischer Preis (Typical Price) ermittelt und mit dem Volumen zum Rohgeldstrom (Raw Money Flow) verrechnet. Anschließend werden diese Werte danach klassifiziert, ob der typische Preis gegenüber der Vorperiode gestiegen oder gefallen ist:
- Steigt der typische Preis gegenüber der Vorperiode, zählt der Geldstrom als positiv (Kaufdruck).
- Fällt er, zählt der Geldstrom als negativ (Verkaufsdruck); anschließend werden beide Summen über die gewählte Periode (Standard: 14) ins Verhältnis gesetzt und in den 0–100-Bereich normiert.
Schritt 1 – Typischer Preis (Typical Price):
Schritt 2 – Rohgeldstrom (Raw Money Flow):
Schritt 3 – Geldstrom-Verhältnis (Money Flow Ratio):
Schritt 4 – Money Flow Index:
Bei einem Geldstrom-Verhältnis von 1 (positiver und negativer Geldstrom gleich groß) ergibt sich exakt ein MFI von 50 – der Gleichgewichtspunkt. Perioden mit unverändertem typischem Preis fließen nicht in die Berechnung ein.
Typische Money-Flow-Index-Einstellungen
Der wichtigste Parameter ist die Periode, standardmäßig 14.
- Eine kürzere Periode (z. B. 9) macht den MFI reaktionsschneller und erzeugt häufigere Signale, allerdings auf Kosten der Fehlsignalquote.
- Eine längere Periode (z. B. 21 oder mehr) glättet den Verlauf, reduziert Fehlsignale und eignet sich für übergeordnete Trends, reagiert dafür träger.
Kurzfristig orientierte Händler wählen tendenziell kürzere, positionsorientierte längere Perioden.
Überkauft- und überverkauft-Schwellen anpassen
Neben der Periodenlänge lassen sich auch die Schwellen für überkaufte und überverkaufte Zustände anpassen.
Eine Möglichkeit besteht darin, die historischen Hoch- und Tiefpunkte des MFI für den jeweiligen Basiswert zu betrachten. Erreicht ein Instrument beispielsweise häufig Werte oberhalb von 80, ohne anschließend zu drehen, können strengere Extremzonen wie 90/10 sinnvoller sein.
Bei anderen Basiswerten können bereits niedrigere Schwellen relevante Extrembereiche kennzeichnen. Änderungen sollten anhand eines ausreichend langen historischen Zeitraums überprüft werden.
Beispiel: Money-Flow-Index-Indikator im Chart
Der folgende Tageschart zeigt den SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) mit dem Money Flow Index (MFI) in einem separaten Panel. Da der SPY als börsengehandelter ETF über ein reales Handelsvolumen verfügt, lässt sich die Preis-Volumen-Beziehung des MFI hier unmittelbar anwenden. Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) kann die Längenperiode angepasst werden.
Money-Flow-Index-Indikator in TradingView erstellen
Der Money Flow Index gehört in TradingView zu den fest integrierten Standard-Indikatoren und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert mit geeigneten Volumendaten öffnen (z. B. CME_MINI:ES1! für den E-mini S&P 500 Future).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Money Flow Index“ bzw. „MFI“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der Money Flow Index in einem separaten Panel unterhalb des Kurscharts hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Periode anpassen sowie unter „Style“ Farbe und die überkauft-/überverkauft-Linien (80/20) verändern.
Money-Flow-Index-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Bezieht das Volumen ein und stellt so dar, ob eine Kursbewegung tatsächlich getragen wird
- Deckt Divergenzen oft früher auf als rein kursbasierte Oszillatoren
- Klarer, begrenzter Wertebereich (0–100) mit leicht interpretierbaren Extremzonen
- Vielseitig auf verschiedene Zeitrahmen und Märkte mit Volumendaten anwendbar
Schwächen
- In starken Trends kann der MFI lange überkauft oder überverkauft bleiben, ohne dass eine Wende folgt
- Fehlsignale in volatilen Seitwärtsphasen
- Nur so verlässlich wie die zugrunde liegenden Volumendaten (Problem bei Spot-Forex)
- Liefert keine Aussage über konkrete Kursziele
Money Flow Index vs. RSI – was ist der Unterschied?
Money Flow Index und Relative Strength Index (RSI) sind beide Momentum-Oszillatoren. Der entscheidende Unterschied liegt in den verwendeten Eingangsdaten: Der RSI basiert ausschließlich auf Kursveränderungen, während der MFI zusätzlich das Handelsvolumen berücksichtigt.
| Merkmal | Money Flow Index (MFI) | Relative Strength Index (RSI) |
|---|---|---|
| Eingangsdaten | High, Low, Close und Volumen | Kursdaten |
| Grundlage | Positiver und negativer, volumengewichteter Money Flow | Verhältnis positiver und negativer Kursbewegungen |
| Standardperiode | 14 Perioden | 14 Perioden |
| Typische Extremzonen | Überkauft über 80, überverkauft unter 20 | Häufig überkauft über 70, überverkauft unter 30 |
| Besonderheit | Gewichtet Perioden zusätzlich nach dem ausgewiesenen Volumen | Funktioniert unabhängig von Volumendaten |
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der Money Flow Index entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Relative Strength Index (RSI): Als reiner Kursoszillator ergänzt der RSI den volumengewichteten MFI. Decken sich beide Signale, erhöht das die Aussagekraft. Laufen sie auseinander, ist Vorsicht geboten.
- Gleitende Durchschnitte (Moving Averages): Sie bestimmen die übergeordnete Trendrichtung, sodass MFI-Extremsignale trendkonform gefiltert werden können.
- Moving Average Convergence Divergence (MACD): Als zweiter Momentum-Indikator dient der MACD zur Bestätigung von Trendwenden und Divergenzen.
- Price Action / Kerzenmuster: Umkehrformationen wie Pin Bars oder Engulfing-Kerzen an MFI-Extremen erhöhen die Trefferwahrscheinlichkeit.
- Support/Resistance (ggf. + Fibonacci-Levels): Ein überkaufter oder überverkaufter MFI an einer relevanten Preiszone verdichtet das Signal.
Hintergrund und Geschichte des Money-Flow-Index-Indikators
- Spätes 1980er / frühes 1990er Jahrzehnt: Die Analysten Gene Quong und Avrum Soudack entwickeln den Money Flow Index, indem sie J. Welles Wilders RSI (1978) um eine Volumenkomponente erweitern.
- Grundidee: Der bekannte RSI berücksichtigt ausschließlich Kurse. Quong und Soudack ergänzen das Handelsvolumen, um Kauf- und Verkaufsdruck vollständiger abzubilden.
- Verbreitung: Durch die Aufnahme in nahezu alle populären Charting-Plattformen wird der MFI als „volumengewichteter RSI“ zum festen Bestandteil der technischen Analyse.
Fazit zu Money Flow Index
Der Money Flow Index verbindet Momentum- und Volumenanalyse in einem einzigen Oszillator und geht damit über rein kursbasierte Indikatoren wie den RSI hinaus. Seine Stärke liegt im Aufdecken von Divergenzen und darin, Kursbewegungen unter Einbeziehung des ausgewiesenen Handelsvolumens einzuordnen.
Wie jeder Indikator liefert er die zuverlässigsten Ergebnisse in Kombination mit Trendanalyse, Price Action und einem soliden Risikomanagement. Voraussetzung bleibt stets die Qualität der zugrunde liegenden Volumendaten.
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 26.10.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.




