Directional Movement Index (DMI) Indikator – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Directional Movement Index (DMI) ist ein Trendindikator von J. Welles Wilder, der Richtung und Stärke einer Kursbewegung in einem System bündelt. Über die beiden Richtungslinien +DI und -DI erkennt der Händler, welche Marktseite dominiert, während der ergänzende ADX angibt, wie ausgeprägt der Trend tatsächlich ist. So hilft der DMI, echte Trendphasen von richtungslosen Seitwärtsmärkten zu trennen.
🔴Live-Webinar am 14.09.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 14.09.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Directional Movement Index im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Directional Movement Index | |
|---|---|
| Kategorie | Trend |
| Darstellung | Oszillator in separatem Panel (mit +DI, -DI und ADX) |
| Standardparameter | Periode: 14 (inkl. ADX-Glättung) |
| Wertebereich | 0–100 |
| Typische Zeitrahmen | Daily und Weekly, ebenso Intraday einsetzbar |
| Märkte | Aktien, Indizes, Forex, Futures, Rohstoffe, Kryptowährungen – universell |
| Entwickelt von | J. Welles Wilder Jr. (1978) |
Directional Movement Index (DMI) – Signale und Interpretation
Das DMI-System kombiniert +DI und -DI zur Bestimmung der dominierenden Richtung mit dem Average Directional Index (ADX) zur Einschätzung der Trendstärke. Die DI-Linien (Directional Indicators) zeigen die Richtung an, der ADX bewertet die Stärke. Erst beide zusammen ergeben ein tragfähiges Bild.
Kaufsignal
Kreuzt die +DI-Linie die -DI-Linie von unten nach oben, gewinnt die Aufwärtsdynamik die Oberhand – ein klassisches bullisches DMI-Signal. Seine Aussagekraft steigt typischerweise, wenn der ADX gleichzeitig oberhalb von 25 notiert und idealerweise anzieht.
Verkaufssignal
Fällt die +DI-Linie unter die -DI-Linie (die -DI-Linie kreuzt also von unten nach oben), dominiert die Verkaufsseite – ein Short-Signal. Auch hier erhöht ein ADX oberhalb von 25 die Aussagekraft.
Extrempunktregel nach Wilder
Wilder ergänzte die reine Kreuzung von +DI und -DI um die sogenannte Extrempunktregel (Extreme Point Rule), um ein Signal zusätzlich über die Kursbewegung zu bestätigen.
- Bei einer bullischen Kreuzung von +DI über -DI wird das Hoch der Kreuzungsperiode zum Extrempunkt. Das Long-Signal gilt nach dieser Regel erst als bestätigt, wenn der Kurs dieses Hoch überschreitet.
- Bei einer bearischen Kreuzung wird entsprechend das Tief der Kreuzungsperiode zum Extrempunkt. Die Bestätigung erfolgt erst, wenn der Kurs darunter fällt.
Eine DI-Kreuzung führt nach Wilders ursprünglichem Ansatz somit nicht zwangsläufig zu einem sofortigen Einstieg.
Neutraler Bereich
Notiert der ADX unterhalb von 20-25 und verlaufen +DI und -DI eng beieinander, fehlt typischerweise ein klarer Trend. In solchen Phasen werden DI-Kreuzungen häufig geringer gewichtet oder erst bei einem anziehenden ADX berücksichtigt.
Die Marken 20 und 25 sind dabei verbreitete Orientierungswerte. Der Bereich zwischen 20 und 25 lässt sich entsprechend als Übergangszone betrachten, in der sich ein Trend aufbauen oder wieder abschwächen kann.
Trendabschwächung
Ein aus hohem Niveau fallender ADX veranschaulicht, dass ein bestehender Trend an Kraft verliert – unabhängig von seiner Richtung. ADX-Werte über 50 werden häufig als Hinweis auf einen sehr ausgeprägten Trend interpretiert.
Ein sinkender ADX ist jedoch für sich genommen kein Umkehrsignal: Der Kurs kann sich weiterhin in der bisherigen Trendrichtung bewegen, obwohl dessen Stärke bereits nachlässt.
Berechnung des Directional-Movement-Index-Indikators
Die Berechnung des DMI-Indikators baut auf Wilders Konzept der Richtungsbewegung auf. Ausgangspunkt sind die Höchst-, Tiefst- und Schlusskurse (High, Low, Close) aufeinanderfolgender Perioden.
Zunächst werden die Aufwärts- und Abwärtsbewegung gegenüber der Vorperiode getrennt ermittelt. Erst durch den Vergleich dieser beiden Rohbewegungen ergibt sich die positive beziehungsweise negative Richtungsbewegung (Directional Movement, DM):
- Der UpMove entspricht der Differenz zwischen aktuellem und vorherigem Hoch. +DM (Positive Directional Indicator) übernimmt diesen Wert nur, wenn der UpMove positiv und zugleich größer als der DownMove ist; andernfalls ist +DM gleich null.
- Der DownMove entspricht der Differenz zwischen vorherigem und aktuellem Tief. -DM (Negative Directional Indicator) übernimmt diesen Wert nur, wenn der DownMove positiv und zugleich größer als der UpMove ist, andernfalls ist -DM gleich null. Sind UpMove und DownMove gleich groß, werden sowohl +DM als auch -DM auf null gesetzt.
Schritt 1 – Richtungsbewegung (+DM / -DM):
Schritt 2 – True Range (TR):
Schritt 3 – Richtungsindikatoren (+DI / -DI):
Schritt 4 – Directional Index (DX):
Schritt 5 – Average Directional Index (ADX):
Der erste ADX-Wert wird als arithmetischer Mittelwert der ersten 14 DX-Werte gebildet. Anschließend erfolgt die weitere Glättung rekursiv nach Wilders Methode. Die mehrfache Glättung nach Wilder macht den DMI träge: Bis sich stabile ADX-Werte einstellen, sind rund 150 Perioden Datenhistorie nötig. Der ADX bewegt sich stets zwischen 0 und 100 und trifft bewusst keine Aussage über die Richtung. Diese liefern allein +DI und -DI.
Typische DMI-Einstellungen
Der zentrale Parameter ist die Periodenlänge, standardmäßig 14.
- Eine kürzere Periode macht den Indikator reaktionsschneller – die Linien reagieren früher auf Kursänderungen, erzeugen dafür aber mehr Fehlsignale.
- Eine längere Periode glättet stärker, liefert ruhigere Signale und läuft dem Geschehen entsprechend weiter hinterher.
Wilder empfahl bewusst 14 Perioden. Da jede Änderung sämtliche Interpretationsschwellen (etwa die Marken 20 und 25 beim ADX) verschiebt, sollten Händler die Standardeinstellung zunächst gründlich kennenlernen, bevor sie sie anpassen.
Optional: Average Directional Movement Index Rating (ADXR)
Eine Erweiterung des ADX ist der Average Directional Movement Index Rating (ADXR). Er kombiniert den aktuellen ADX mit einem um die gewählte Periodenlänge zurückliegenden ADX-Wert und glättet die Trendstärkemessung damit zusätzlich:
Bei einer Einstellung von 14 Perioden wird also der aktuelle ADX mit dem ADX von vor 14 Perioden gemittelt. Dadurch reagiert der ADXR ruhiger, aber auch später auf Veränderungen der Trendstärke. Er ist kein Ersatz für +DI und -DI, da auch der ADXR selbst keine Aussage über die Richtung des Trends trifft.
Beispiel: DMI-Indikator im Chart
Der folgende Tageschart zeigt den S&P-500-Index mit dem DMI in einem separaten Panel. Gut erkennbar sind die Kreuzungen von +DI und -DI sowie der begleitende ADX, der die jeweilige Trendstärke darstellt.
DMI-Indikator in TradingView erstellen
Der Directional Movement Index gehört in TradingView zu den fest integrierten Standard-Indikatoren und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert öffnen (z.B. SP:SPX für den S&P 500).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Directional Movement Index“ bzw. „DMI“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der DMI in einem separaten Panel unterhalb des Kurscharts hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Parameter (Periode und ADX-Glättung) sowie unter „Style“ Farbe und Darstellung der drei Linien anpassen.
DMI-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Vereint Trendrichtung (+DI/-DI) und Trendstärke (ADX) in einem einzigen System
- Filtert schwache Seitwärtstrends heraus (ADX unter 20/25) und veranschaulicht so, wann Trendstrategien überhaupt sinnvoll sind
- Universell auf verschiedene Märkte und Zeitrahmen anwendbar
- Liefert objektive, regelbasierte Signale über die DI-Kreuzungen
Schwächen
- Nachlaufend – die mehrfache Glättung verzögert die Signale spürbar
- Häufige Fehlsignale (Whipsaws) in Seitwärtsphasen durch schnelle DI-Kreuzungen
- Der ADX trifft keine Aussage zur Richtung und benötigt stets die DI-Linien
- Vergleichsweise komplexe Berechnung mit langer Einschwingphase (~150 Perioden)
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der DMI entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Gleitende Durchschnitte (Moving Averages): Sie bestätigen die vom DMI angezeigte Richtung und helfen, DI-Kreuzungen im übergeordneten Trend einzuordnen.
- Relative-Stärke-Index (RSI): Als Momentum-Oszillator ergänzt der RSI die reine Trendbetrachtung und unterstützt das Timing von Ein- und Ausstiegen über überkaufte/überverkaufte Zonen.
- Parabolic SAR: Der ebenfalls von Wilder stammende Indikator liefert konkrete Nachzieh-Stopps und passt methodisch gut zur Trendlogik des DMI.
- Price Action / Kerzenmuster: Umkehr- und Fortsetzungsformationen können eine DI-Kreuzung zusätzlich bestätigen, bevor eine Position eröffnet wird.
- Support/Resistance: Signale gewinnen an Bedeutung, wenn sie an relevanten Preiszonen auftreten – etwa eine +DI-Kreuzung beim Ausbruch über einen Widerstand.
Hintergrund und Geschichte des DMI-Indikators
- 1978: J. Welles Wilder Jr. stellt den Directional Movement Index in seinem Buch „New Concepts in Technical Trading Systems“ vor – gemeinsam mit heute klassischen Indikatoren wie RSI, Average True Range (ATR) und Parabolic SAR.
- Folgejahre: Der DMI etabliert sich als fester Bestandteil der trendorientierten technischen Analyse, insbesondere in den Futures- und Rohstoffmärkten, für die Wilder sein System ursprünglich konzipierte.
- Digitalisierung: Mit der breiten Verfügbarkeit in Charting-Plattformen wird der Indikator einem großen Publikum zugänglich und zählt bis heute zu den Standard-Indikatoren.
Fazit zu Directional Movement Index
Der Directional Movement Index verbindet zwei Fragen, die viele Indikatoren getrennt behandeln: Wohin läuft der Markt (+DI/-DI) und wie stark ist die Bewegung (ADX). Genau diese Kombination macht ihn zu einem verlässlichen Filter für trendfolgende Ansätze – vorausgesetzt, der Händler akzeptiert die naturgemäße Verzögerung und meidet Seitwärtsphasen mit niedrigem ADX.
Wer den DMI mit Price Action und ergänzenden Indikatoren verknüpft, erhält ein robustes Gerüst zur Trendbeurteilung. Für die vertiefende Auseinandersetzung empfiehlt sich Wilders Originalwerk „New Concepts in Technical Trading Systems“ (1978).
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 14.09.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.





