Optionsscheine (Warrants) – Definition & Erklärung

Optionsscheine, auch bekannt als “Warrants”, zählen zu den derivativen Wertpapieren. Anleger können diese auf einen Basiswert, beispielsweise eine Aktie, handeln, um von steigenden oder fallenden Kursen zu profitieren. Bereits beim Kauf eines Optionsscheins werden ein Ausübungspreis (Strike) sowie die Laufzeit festgelegt. Der Käufer eines Optionsscheins muss an den Herausgeber (Emittent) eine Prämie bezahlen und erhält im Gegenzug die Möglichkeit, an der Kursentwicklung des Basiswertes zu partizipieren.

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Optionsscheine – Definition

Bei Optionsscheinen (Warrants) handelt es sich um verbriefte Optionen, die als Wertpapier ausgestaltet und gehandelt werden. Grundsätzlich erlaubt ein Optionsschein seinem Inhaber, einen definierten Basiswert (Underlying) zu einem festgelegten Preis und innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters zu kaufen oder zu verkaufen. Für den Käufer eines Optionsscheins gibt es keine Verpflichtung, außer der Zahlung einer Prämie an den Emittent.

Die ersten Optionsscheine wurden im Jahr 1728 herausgegeben und berechtigten zum Bezug von Aktien der Ostender Kompanie, einer Gesellschaft für Seehandel. In der heute bekannten Form existieren sie am deutschen Markt seit dem Jahr 1989.

Wichtig: Obwohl die Begriffe Optionsschein und Option immer wieder synonym verwendet werden, handelt es sich um verschiedene Derivate. Diese beiden haben unterschiedliche Vor- und Nachteile und können für unterschiedliche Strategien genutzt werden. Investoren sollten sich über die Eigenschaften beider Produkte informieren, bevor sie diese tatsächlich handeln.

Optionsscheine – Erklärung

Mit Optionsscheinen kann ein Anleger sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren. Zu diesem Zweck existieren zwei verschiedene Typen von Optionsscheinen. Ein Call-Optionsschein berechtigt zum Kauf des Basiswertes zum Strike-Preis. Der Inhaber profitiert folglich von steigenden Kursen. Sobald der Kurs des Basiswertes den Strike überschreitet, kann der Anleger einen Gewinn erzielen. Put-Optionsscheine wirken genau umgekehrt. Sie gewinnen an Wert, wenn der Kurs des Basiswertes fällt, da sie zu dessen Verkauf berechtigen.

Optionen handeln - Optionsarten
Calls profitieren von einem Anstieg des Aktienkurses, Puts von einem Abstieg.

Hinweis: Notiert der Kurs des Basiswertes oberhalb (bei Calls) oder unterhalb (bei Puts) des Strikes, befindet sich der Optionsschein “in the Money” (im Geld). Wird der Strike nicht erreicht, befindet sich das Derivat “out of the Money” (aus dem Geld). Sind Kurs und Strike identisch, ist davon die Rede, dass der Optionsschein “at the Money” (am Geld) notiert.

Bestandteile eines Optionsscheins

Jeder Optionsschein kann mithilfe verschiedener Bestandteile ausgestaltet werden. Dazu zählen der Basiswert, das Bezugsverhältnis, der Strike und die Laufzeit.

Als Basiswert sind verschiedene Instrumente denkbar. Neben Wertpapieren wie Aktien oder ETFs können auch Rohstoffe abgebildet werden.

Das Bezugsverhältnis bestimmt, welche Anzahl von Optionsscheinen zum Kauf oder Verkauf einer Einheit des Basiswertes benötigt wird. Ist das Bezugsverhältnis beispielsweise mit 1:5 (0,2) angegeben, benötigt der Anleger fünf Optionsscheine zum Kauf oder Verkauf eines Basiswertes. Das Bezugsverhältnis wird von dem Emittenten (Herausgeber) festgelegt.

Der Emittent definiert zusätzlich den Strike (Basispreis) und die Laufzeit des Derivats. Anleger können in der Regel zwischen verschiedenen Kombinationen wählen, um den Optionsschein ihrer individuellen Handelsstrategie anzupassen. Erwartet ein Anleger beispielsweise innerhalb der nächsten zwei Monate einen Kursanstieg der ABC-Aktie von 20 %, entspricht beispielsweise ein Optionsschein mit einer Restlaufzeit von nur einem Monat nicht seinen Anforderungen.

Style und Settlement

Optionsscheine können sich hinsichtlich ihres Ausübungszeitpunktes unterscheiden. Der Begriff “Style” beschreibt, ob der Schein zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Laufzeit oder erst am Ende der Laufzeit vom Käufer ausgeübt werden darf. Bei einer Ausübung während der Laufzeit ist, wie bei Optionen, von amerikanischen Optionsscheinen die Rede. Europäische Optionsscheine können dagegen nur zum Ende der Laufzeit ausgeübt werden.

Übt ein Käufer das mit dem Derivat verbriefte Recht aus, besteht die Möglichkeit des Barausgleichs (Cash Settlement) oder einer physischen Lieferung des Basiswertes. Letztere ist bei Optionsscheinen eher unüblich. Stattdessen ist der Barausgleich weiter verbreitet. Der Käufer erhält dabei die Differenz zwischen dem Strike des Derivats und dem Tageskurs des Basiswertes ausgezahlt, sofern der Optionsschein zum Zeitpunkt der Ausübung in the Money notiert. Andernfalls verfällt der Schein wertlos. Die gezahlte Prämie ist dann verloren.

Preisbildung

Grundsätzlich wird der Preis eines Optionsscheins von dessen Emittenten festgelegt. Die Preisbildung folgt vergleichbaren Grundregeln wie die von Optionen. Der Preis einer Option setzt sich nämlich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen.

Einen inneren Wert kann ein Optionsschein nur dann besitzen, wenn er in the Money notiert. Der innere Wert ist dabei die Differenz zwischen dem gegenwärtigen Kurs des Basiswertes und dem Strike des Optionsscheins geteilt durch das individuelle Bezugsverhältnis. Folglich steht die Moneyness eines Optionsscheins direkt mit dessen innerem Wert in Verbindung.

Der Zeitwert berücksichtigt dagegen die Restlaufzeit des Derivats. Je länger die Laufzeit, desto höher ist dessen Zeitwert tendenziell. Anders als der innere Wert nimmt der Zeitwert eines Optionsscheins jedoch permanent ab. Am Fälligkeitstag beträgt der Zeitwert null. Neben der Restlaufzeit können auch Dividenden des Basiswertes oder die Volatilität einen Einfluss auf den Zeitwert haben.

Hinweis: Tendenziell nimmt der Verlust des Zeitwertes zu, je näher der Verfallstag des Optionsscheins rückt. Zu Beginn der Laufzeit wirkt sich der Zeitwertverlust dagegen weniger aus.

Anwendung der Optionsgriechen

Obwohl der Name Optionsgriechen zunächst auf Optionen und nicht auf Optionsscheine schließen lässt, können diverse Sensitivitätskennzahlen bei beiden Derivaten angewendet werden. Ihren Namen haben die Optionsgriechen dadurch, dass die einzelnen Kennzahlen nach griechischen Buchstaben benannt wurden.

Beispielsweise kann das Delta eines Optionsscheins darüber Auskunft geben, um wie viele Geldeinheiten (bspw. Euro) sich der Kurs des Optionsscheins verändert, wenn sich der Kurs des Basiswertes um eine Geldeinheit verändert. Bei einem Delta von 1 würde sich ein Call beispielsweise genau wie sein Basiswert entwickeln. Ein Delta von -1 würde in diesem Fall eine entgegengesetzte Entwicklung implizieren.

Hinweis: Bei Optionsscheinen out of the Money sind geringe Deltas (gegen 0) üblich. At the Money ergeben sich häufig Delta-Werte von circa 0,5. In the Money nähert sich das Delta für gewöhnlich einem Wert von 1 an.

Hebelwirkung von Optionsscheinen

Bei Optionsscheinen handelt es sich um sogenannte Hebelprodukte. Der Anleger muss folglich weniger Kapital für den Kauf eines Optionsscheines aufwenden, als für den Kauf des Basiswertes (z.B. der Aktie) notwendig gewesen wäre. Dennoch kann er vollständig an den Kursbewegungen des Basiswertes partizipieren. Diese Hebelwirkung kann sowohl Gewinne als auch Verluste des Anlegers verstärken. Je höher der Hebel ist, desto höher sind somit gleichzeitig die Chancen der Scheine und ihr Risiko.

Optionsscheine – Vorteile

Optionsscheine haben ein begrenztes Verlustpotenzial bei theoretisch unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten. Anleger können bei dem Kauf eines Optionsscheins maximal die gezahlte Prämie verlieren. Der mögliche Gewinn ist zumindest bei Calls theoretisch unbegrenzt, weil der Kurs des Basiswertes grundsätzlich unbegrenzt steigen kann.

Verglichen mit anderen Derivaten können sich Optionsscheine durch geringe Losgrößen und flexible Bezugsverhältnisse auszeichnen. Aktienoptionen verbriefen beispielsweise immer 100 Anteile ihres Basiswertes. Eine Call-Option auf die Aktie von Amazon würde folglich ein Kaufrecht über einen sechsstelligen Betrag verbriefen. Dementsprechend hoch kann die zu zahlende Optionsprämie ausfallen. Der Herausgeber eines Optionsscheins kann diesen jedoch beispielsweise auf nur eine Amazon-Aktie beziehen und damit auch die Prämie senken. Für Anleger bedeutet das einen geringeren Kapitaleinsatz.

Durch den Gestaltungsspielraum der Emittenten ergibt sich bei Optionsscheinen eine große Produktvielfalt. Anleger haben daher eine höhere Chance, das passende Derivat für ihre Anlagestrategie zu finden.

Abschließend können Optionsscheine nicht nur für spekulative Zwecke eingesetzt werden. Auch Absicherungsstrategien (sog. “Hedging“) sind mit diesen Derivaten möglich. Dabei erwerben Anleger Puts, um eine Long-Position abzusichern. Leerverkaufspositionen (Short) können mit Calls abgesichert werden.

Zusammenfassung: Vorteile von Optionsscheinen

Unbegrenztes Gewinnpotenzial (theoretisch)
Begrenztes Verlustrisiko
Kleine Losgrößen möglich
Große Produktauswahl
Zur Absicherung nutzbar

Optionsscheine –  Nachteile

Die Losgröße und die Produktvielfalt der Optionsscheine können gleichzeitig auch ein Nachteil sein. Durch ein flexibles Bezugsverhältnis sehen sie möglicherweise günstiger aus, als sie eigentlich sind. Andere Produkte, wie Optionen, besitzen diesen Nachteil aufgrund ihrer Standardisierung nicht. Die Produktvielfalt kann zudem auf Investoren verwirrend wirken und den Aufwand erhöhen, den passenden Optionsschein zu finden.

Emittentenrisiko

Ein wesentlicher Risikofaktor von Optionsscheinen ist das sogenannte Emittentenrisiko. Da Optionsscheine von einer Gegenpartei, meistens einer Bank, herausgegeben (emittiert) werden, ist diese Gegenpartei der Geschäftspartner des Investors. Der Anleger ist folglich darauf angewiesen, dass der Emittent zahlungsfähig bleibt. Im Falle einer Insolvenz der emittierenden Bank verlieren auch deren Optionsscheine ihren Wert. Bei anderen Derivaten, wie beispielsweise Optionen oder Futures ist ein solches Szenario nicht möglich.

Begrenzt flexibel

Gleichzeitig ist der Anleger im Handel von Optionsscheinen nur begrenzt flexibel. Zwar ist der Erwerb von Call- und Put-Optionsscheinen möglich, aber sogenannte Stillhalterstrategien kann ein Anleger mit Optionsscheinen nicht abbilden. Hierbei tritt der Investor selbst als Verkäufer eines Derivates auf und übernimmt die Position, die bei Optionsscheinen die Bank innehat. Dadurch werden zusätzliche Strategien und Handlungsansätze möglich.

Fehlende Standardisierung

Nachteilig auswirken kann sich auch die fehlende Standardisierung von Optionsscheinen. Emittenten können folglich Preis, Basiswert, Bezugsverhältnis sowie weitere Komponenten ihres Produktes frei gestalten. Dies kann Investoren die Beurteilung des Produktes erschweren. Vielmehr müssten Investoren die gesamte Produktbroschüre studieren, um zu verstehen, wie der Optionsschein aufgebaut ist. Investieren Anleger in einen Schein, ohne diesen vollständig verstanden zu haben, können ungewollte und unerwartete Wertentwicklungen die Folge sein.

Die Nachteile der Optionsscheine haben beispielsweise in den USA dazu geführt, dass sie dort nicht mehr gehandelt werden dürfen. Sie werden als zu manipulationsanfällig eingeschätzt. Diesem Risiko sollen amerikanische Privatanleger nicht ausgesetzt werden. Die verwandten Optionen werden dagegen regulär in den USA gehandelt.

Zusammenfassung: Nachteile von Optionsscheinen

Undurchsichtige Struktur
Emittentenrisiko
Keine Stillhaltergeschäfte möglich
Nicht standardisiert
Keine einheitliche Preisgestaltung

Exotische Optionsscheine

Neben den “klassischen” Optionsscheinen gibt es auch sogenannte exotische Optionsscheine. Diese wurden konstruiert, um die Markterwartungen der Anleger noch genauer abbilden zu können. Beispielsweise ermöglichen diese Papiere auch Gewinne bei konstanten Kursen des Basiswertes. Häufig greifen exotische Optionsscheine auf echte Optionen zurück, um diese zusätzlichen Strategien abbilden zu können.

Aufgrund dieser verschachtelten Struktur kann die Wertermittlung eines exotischen Optionsscheins für Anleger schwierig sein. Zusätzlich können die Produktbedingungen noch umfangreicher ausfallen als bei herkömmlichen Scheinen.

Daher kann es für Investoren vorteilhaft sein, statt exotischen Optionsscheinen die zugrunde liegenden Optionen zu handeln. Diese werden an regulierten Terminbörsen gehandelt, welche auch für Privatanleger über Broker zugänglich sind. Damit ist eine erhöhte Transparenz bei der Preisbildung möglich.

Unterschiede zu anderen Derivaten

Zwei Derivate, die den Optionsscheinen in verschiedenen Aspekten ähneln, sind Optionen und Futures. Trotz der begrifflichen Ähnlichkeit handelt es sich bei Optionen und Optionsscheinen um unterschiedliche Finanzprodukte. Teilweise werden die Begriffe jedoch fälschlicherweise synonym benutzt. Auch Futures weisen spezifische Merkmale auf, die die anderen beiden Derivate nicht besitzen. Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen diesen Derivaten erläutert.

Unterschied zwischen Optionsscheinen und Optionen

Anders als Optionsscheine werden Optionen an Terminbörsen gehandelt. Diese sichern die Durchführung einer Transaktion ab und übernehmen zusammen mit der sogenannten Clearingstelle das Ausfallrisiko der Gegenpartei. Zusätzlich kann ein Anleger Optionen kaufen und verkaufen. Damit sind auch Stillhaltergeschäfte möglich. Optionen können folglich einen erhöhten Handlungsspielraum für Investoren bedeuten.

optionen-optionsscheine-unterschiede
Optionen vs. Optionsscheine - Die wichtigsten Unterschiede

Außerdem handelt es sich bei Optionen um standardisierte Produkte. Beispielsweise bezieht sich eine Aktienoption auf 100 Aktien. Die möglichen Strikes sind fest definiert. Auch die Verfallstage sind von Beginn an bekannt und einheitlich festgelegt.

Durch die Kombination aus Standardisierung und Börsenhandel ergibt sich auch eine andere Preisbildung bei Optionen. Preise von Optionen werden, ähnlich wie beispielsweise bei Aktien, durch Angebot und Nachfrage gebildet. Damit kann die Preisbildung von Optionen als transparenter betrachtet werden.

Unterschied zwischen Optionsscheinen und Futures

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Futures und Optionsscheinen ist die Art des Termingeschäftes. Während es sich bei Optionsscheinen um bedingte Termingeschäfte handelt, stellen Futures unbedingte Termingeschäfte dar. Das bedeutet, dass der Käufer eines Optionsscheins wählen kann, ob er diesen ausüben möchte. Dieses Wahlrecht besitzt der Inhaber eines Futures nicht.

Zudem werden Futures auf andere Basiswerte gehandelt. Vermehrt stehen im Future-Handel Rohstoffe und Währungen als Basiswert zur Verfügung. Auch Optionen oder Aktien sind als Basiswert denkbar. Optionsscheine beschränken sich dagegen primär auf Aktien, Indizes oder Rohstoffe.

Außerdem können Futures, genau wie Optionen, an regulierten Terminbörsen gekauft sowie verkauft werden. Aufgrund des unbedingten Charakters des Termingeschäftes gibt es jedoch keinen Stillhalter im klassischen Sinne.

Genau wie bei Optionen ist die Gestaltung von Futurekontrakten reguliert und standardisiert. Folglich können sich Anleger sicher sein, dass der gleiche Future immer identisch aufgebaut ist und den gleichen Regeln folgt. Auch das Emittentenrisiko entfällt durch den Handel an den Terminbörsen. Käufer und Verkäufer eines Futures müssen eine Margin hinterlegen, um die Ausführung des Geschäftes abzusichern.

Der Preis eines Futures wird nicht von seinem Verkäufer festgelegt. Stattdessen  gibt es ein einheitliches Kalkulationsschema, welches auf dem Preis des Basiswertes und den sogenannten Cost of Carry aufbaut. Bei den Cost of Carry handelt es sich im weiteren Sinne um Lagerkosten für den Basiswert.

Beispiel für den Handel mit Optionsscheinen

Ein Anleger möchte an der Entwicklung der FUN AG teilnehmen. Es handelt sich bei dem Unternehmen um einen Spielzeughersteller mit Sitz in Deutschland. Der Vertrieb findet in ganz Europa statt. Grundsätzlich kann der Anleger sowohl Optionen als auch Optionsscheine für seine Strategien verwenden. In diesem Fall wird untersucht, wie eine Ausgestaltung mit Optionsscheinen aussehen kann. Wie bereits erwähnt, sind mit diesem Finanzprodukt jedoch nicht alle Strategien möglich.

Beispiel-Strategie für steigende Kurse (Long Call)

Der Anleger erwartet für die kommenden zwei Monate steigende Kurse. Das Weihnachtsgeschäft beginnt gerade und er geht von steigenden Umsätzen und Gewinnen aus. Aus diesem Grund erwirbt der Anleger 1.000 Calls auf die FUN AG. Der Kurs der Aktie beträgt 20 Euro. Der Strike der Scheine beträgt 22 Euro. Sobald der Kurs des Basiswertes also über 22 Euro steigt, befinden sich die Long Calls in the Money.

Pro Optionsschein verlangt der Emittent eine Prämie von 0,15 Euro. Folglich bezahlt der Anleger insgesamt 150 Euro. Das Bezugsverhältnis des Optionsscheins liegt bei 1:10. Folglich besitzt der Anleger das Recht zum Kauf von 100 Aktien.

Angenommen, die Aktie steigt innerhalb der Laufzeit des Optionsscheins auf 25 Euro, erwirtschaftet der Anleger einen Gewinn.

Gewinn=(Kurs~des~Basiswertes-Strike)*( Bezugsverhältnis)-gezahlte~ Prämie
Gewinn=(25,00~EUR-22,00~EUR)*0,1-0,15~EUR=0,15~EUR

Pro Optionsschein ergibt sich folglich ein Gewinn von 0,15 Euro. Insgesamt realisiert der Anleger 150 Euro Gewinn.

Übersteigt der Kurs die Marke von 22 Euro nicht, verliert der Anleger die Prämie in Höhe von 150 Euro.

Hinweis: Die Systematik beim Handel von Puts weicht von diesem Beispiel kaum ab. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Wert des Puts steigt, wenn der Kurs des Basiswertes fällt.

Beispiel-Strategie für steigende Volatilität (Long Straddle)

Im folgenden Jahr möchte der Anleger erneut Optionsscheine auf die FUN AG handeln. Er kann jedoch nicht einschätzen, ob die Kurse nach der Hauptversammlung des Unternehmens steigen oder fallen werden. Er ist aber überzeugt davon, dass es eine deutliche Kursbewegung geben wird. Aus diesem Grund wendet der Anleger einen sogenannten Long Straddle an. Er kauft 100 Put- und 100 Call-Optionsscheine auf die FUN AG. Auch die übrigen Spezifikationen der Scheine sind identisch. Bei steigenden Kursen profitiert die Calls, bei fallenden Kursen die Puts.

Einen Gewinn kann der Anleger auch durch eine steigende Volatilität realisieren. Je mehr die Kursschwankungen des Basiswertes zunehmen, desto teurer werden grundsätzlich die Optionsscheine. Daher kann der Investor die Scheine teurer an den Emittent verkaufen, als er sie ursprünglich gekauft hat.

Sein Risiko ist dabei begrenzt auf die gezahlte Prämie. Der mögliche Gewinn ist theoretisch unbegrenzt. Zudem profitiert der Anleger davon, dass die Richtung der Kursbewegung keinen Einfluss auf den Erfolg der Strategie hat. Einen Gewinn kann der Anleger dann verzeichnen, wenn er die Scheine zu einem teureren Preis wieder verkaufen kann, als er sie erworben hat oder wenn entweder die Calls oder Puts so weit in the Money notieren, dass sie die gezahlten Prämien für das Gegenprodukt aufwiegen.

Hinweis: Der Long Strangle kann auch mit Optionen umgesetzt werden. Häufig werden Optionen aufgrund der Standardisierung und dem Börsenhandel bei solchen Strategien vorgezogen.

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